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Franken-Neckar-Enz  Newsüberblick

Regelkunde – an praktischen Beispielen erklärt – gar kein so trockenes Thema!

Hans-Joachim Seiz, der Bezirksvorsitzende, begrüßte die Teilnehmer zum Regelkundeabend und meinte mit einem Augenzwinkern, dass seit Durchführung dieser Regelkundeabende die Verstöße und somit die Buß- oder Strafzahlungen an den WTB weniger geworden seien, was die Einnahmen des WTB doch ein wenig schmälern würde.

24.04.2019  Bezirk A  Allgemein

Die hohe Zahl der Anwesenden zeigte, dass Regeln erklärungsbedürftig sind und unterschiedlich ausgelegt werden können. Um hier Klarheit zu schaffen, lud der Bezirksreferent für Regelkunde und Oberschiedsrichter, Günter Schütz, zusammen mit dem Bezirkssportwart, Dieter Moser, und Bezirksjugendwart, Volker Splettstößer, zu zwei Regelkundeabenden ein. . Der erste für den südlichen Bezirk fand beim TC Ludwigsburg statt und der zweite am nächsten Tag beim TC Weinsberg.

Zuerst wurden Fragen vom Bezirksrat gestellt, dann wurden die Fragen der Teilnehmer beantwortet.

Auf was muss bei der Instandsetzung geachtet werden, wenn neue Linien benötigt werden?

Die Breite der Aufschlagmittellinie und das Mittelzeichen müssen 5 cm betragen. Die anderen Linien des Spielfeldes sollen zwischen 2,5 cm und 5 cm breit sein, ausgenommen die Grundlinien, deren Breite bis zu 10 cm betragen darf.

Wie verhält man sich, wenn die Heimmannschaft bei Punktspielen keine Einzelstützen hat?

Die Regel Nr. 1 der ITF-Tennisregeln befasst sich mit dem Spielfeld und ermöglicht erst das regelgerechte Spielen, wenn das Spielfeld gemäß dieser Regel hergerichtet ist. Dazu gehören festgelegte Maße, Linien, Netzpfosten, das Netz usw. Es heißt hier aber auch: Wird für Einzelspiele ein Netz für das Doppelfeld verwendet, muss das Netz auf einer Höhe von 1,07m von zwei Einzelstützen gestützt werden, deren Mitte auf jeder Seite 91,4cm außerhalb des Einzelspielfeldes liegt. Hiermit wird deutlich, dass dies keine Kannbestimmung ist. Fazit: Ein Platz ohne Einzelstützen entspricht nicht den Vorschriften.

Ab wann dürfen Ersatzspieler nicht mehr in der Mannschaft mitspielen, in der sie als Stammspieler gemeldet sind?

Wenn ein Stammspieler dreimal als Ersatzspieler in einer anderen Mannschaft mitgespielt hat und dort auch als Ersatzspieler gemeldet wurde, darf er nicht mehr in seiner Stammmannschaft mitspielen.

Wie viele Personen dürfen bei einem Verbandspiel bei einem Spieler auf der Bank sitzen?

Auf einer Bank darf 1 Betreuer sitzen, zusätzlich der Mannschaftsführer oder sein Stellvertreter, der auch namentlich hinterlegt ist.

Der Bezirksjugendwart meinte, dass es bei der Jugend genauso ist, nur oftmals ist ein 12-jähriger Mannschaftsführer hier überfordert und besser sei es, ein Elternteil oder den Trainer als Betreuer auf dem Spielberichtsbogen einzutragen.

Kann ein Mannschaftsspieler kurz vor Beginn seines Spieles kommen?

Nein! 15 Minuten vor dem festgesetzten Spielbeginn müssen alle Einzelspieler anwesend sein.

Für die Doppelaufstellung gilt diese Regelung analog: Wer im Doppel aufgestellt wird (die Aufstellung erfolgt spätestens 15 Minuten nach dem Ende des letzten Einzels), der muss zu diesem Zeitpunkt anwesend sein. Ein Spieler, der nur im Doppel eingesetzt wird, muss daher auch erst zur Doppel-Aufstellung anwesend sein.

Die einzusetzenden Doppel-Spieler erhalten Platzziffern von 1 bis 6, bei 4er-Mannschaften von 1 bis 4. Diese ergeben sich aus der Reihenfolge der Spieler in der Mannschaftsmeldung. Bei der Aufstellung der Doppel darf die Summe der Platzziffern des 2. Doppels nicht geringer sein als die des 1. Doppels und die Summe der Platzziffern des 3. Doppels nicht geringer als die des 2. Doppels. Falls die Summe der Platzziffern aller 3 Doppel gleich ist, darf der Spieler mit Platzziffer 1 nicht im 3. Doppel aufgestellt werden. Bei 4er-Mannschaften kann der Spieler mit Platzziffer 1 auch im 2. Doppel aufgestellt werden, wenn die Quersumme der beiden Doppel die gleiche ist. Quersumme 5.

Wer entscheidet, ob ein Ball „in oder out“ ist?

Beim Spiel ohne Schiedsrichter entscheidet jeder Spieler auf seiner Seite. Allerdings gibt es leider immer wieder Spieler, denen Gewinnen wichtiger ist als Fair Play. Da ist es doch ein großer Vorteil, dass die Spiele im Sommer größtenteils auf Sand ausgetragen werden. Dadurch gibt es meist einen Ballabdruck als Basis für die Entscheidung "in oder out". Sind sich beide Spieler über den Abdruck einig, aber nicht darüber, ob der Ball die Linie noch berührt hat oder nicht, so wird dies endgültig vom Oberschiedsrichter entschieden. Dabei gilt der Grundsatz: Wenn kein Korridor zwischen Abdruck und Ausbandlinie erkennbar ist, dann ist der Ball gut. Was ist aber, wenn sich die Spieler nicht einig sind über den richtigen Abdruck? Dann muss der Oberschiedsrichter gerufen werden. Der muss dann versuchen herauszufinden, wie die Situation war: Woher kam der Ball (cross oder longline)? Wie hart wurde er geschlagen? Aus diesen Informationen lässt sich meist ableiten, welcher Abdruck der richtige ist. Gibt auch dies keinen eindeutigen Aufschluss, so gilt der Abdruck, den der Spieler zeigt, auf dessen Seite der strittige Ball aufgekommen ist.

Wie lange muss der Spielberichtsbogen aufbewahrt werden?

Der Spielbericht ist ein Dokument, das in Papierform bis zum 31.12. aufbewahrt werden muss, erläutert Dieter Moser. In dieses Dokument können Bemerkungen zu den Spielen geschrieben werden, die nicht online gestellt werden sollten (Datenschutz).

Nach dieser langen Frage- und Antwortrunde konnten die Anwesenden dann noch ihre Fragen an die 3 Fachmänner stellen.

  • Wie geht man mit akustischen Belästigungen während des Spiels um und wann ist es absichtlich?
  • Wie verhält es sich mit den Wildcards bei k.o.-Turnieren?
  • Sind Schiedsrichterstühle Pflicht?

Zum Schluss kam noch die Frage zu den Spielverlegungen:

Bei all den Antworten ist eine noch hervorzuheben:

  • Spiele können nicht auf Termine verlegt werden, an denen Bezirksmeisterschaften stattfinden.

Hier wurde nur auf einige wichtige Fragen und Antworten eingegangen, denn an diesem Abend ging es auch darum, dass sich die Vereinsvertreter kennenlernen, ins Gespräch kommen und über unterschiedliche Ansichten in lockerer Atmosphäre miteinander diskutieren. Diese Regelabende werden zu gegebener Zeit fortgesetzt und der Bezirksrat hofft auf viele Teilnehmer.

UL