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Stuttgart/Böblingen/Calw  Newsüberblick

Ein Deutscher Meister unter „ferner liefen“

Der Bezirk C ist in den neuen Deutschen Ranglisten stark und zahlreich vertreten.

04.05.2020  Bezirk C  Senioren
Nadine Kalweit (l.) und Nicole Münster beim Turnier in Ungarn.

In den kurz vor Ostern veröffentlichten neuen Deutschen Ranglisten sind auch zahlreiche Spielerinnen und Spieler aus insgesamt 39 Vereinen des Tennisbezirks C (Stuttgart/Böblingen/Calw) gelistet – darunter als Nummer 1 in ihren Altersklassen Stefanie Kolar (TA VfL Sindelfingen, Damen 40), Petra Dobusch (TC Doggenburg, Damen 50) und Heidi Eisterlehner (TEC Waldau, Damen 70). Am häufigsten vertreten ist, nicht zuletzt aufgrund der Meldungen etlicher Verpflichtungen aus dem Ausland, Bundesligist TEC Waldau.

Während das Turnierspielervolk aktuell noch auf eine Entscheidung der Landesverbände wartet, ob und wann ein Ligaspielbetrieb aufgrund der Corona-Beschränkungen in dieser Saison tatsächlich stattfinden kann, ist zumindest für die Erste und Zweite Bundesliga klar: hier werden die Damen und Herren des TEC Waldau erst 2021 wieder aufgeschlagen dürfen. „Wir bedauern diese Entscheidung für unseren Club und die Spieler, die sich diese Saison mit ihren Leistungen im vergangenen Jahr mehr als verdient hätten. Jetzt steht allerdings die Gesundheit aller im Vordergrund. Da zum jetzigen Zeitpunkt auch überhaupt nicht klar ist, welche Reisemöglichkeiten in naher Zukunft bestehen und darüber hinaus weitere Turnierabsagen zu befürchten sind, gab es leider für dieses Jahr keine andere Möglichkeit als die Absage der Liga“, sagt Waldau-Geschäftsführer Thomas Bürkle. Betroffen sind auch die Damen des TC Blau-Weiß Vaihingen-Rohr nach ihrem direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga Süd.

Mit 49 Einträgen besonders oft taucht die TA VfL Sindelfingen in den Ranglisten der Aktiven, Senioren und der Jugend. Besonderen Anteil haben hierbei die zusammen mit dem TC Leonberg in der Regionalliga antretenden Damen der TA VfL Sindelfingen. Dort konnte kurz vor Ende der Wechselfrist Mitte März noch die siebenfache Hessenmeisterin Natalie Pröse (DTB 63) verpflichtet werden, deren bisheriges Team Safo Frankfurt zurückgezogen hatte. „Sie passt als erfahrene Spielerin perfekt in unser junges Team und zur Philosophie unseres vor zwei Jahren ins Leben gerufenen Clubkonzepts“, sagt Cheftrainer Daniel Merkert. Carmen Schultheiß (vom TEC Waldau, DTB 42) und Marlene Förster (vom Bob Club Fürth im Odenwald, DTB 184) haben ebenfalls an die Rosenstraße gewechselt, bei den Herren ist Benedict Kurz (vom TC Hirschlanden, DTB 127) der schlagkräftigste Neuzugang. Dass sich Turniereinsätze lohnen, das spiegelt sich insbesondere auch bei den Jugendlichen der TA VfL Sindelfingen wider: 22 Ranglistenplätze sind im Bezirk absolute Spitze.

Spielerinnen und Spieler der TA SV Böblingen tauchen besonders häufig bei der Jugend (zwölf Mal) und in den Altersklassen auf (18 Mal). Für Nicole Münster, die derzeit mit ihrer Familie in Budapest lebt, hat die erfolgreiche Teilnahme an ITF-Turnieren in Ungarn und nun Rang 34 bei den Damen 45 zur Folge, dass sie im Böblinger Team weiter vorne gemeldet werden musste. Von Besuchen bei den Münsters in Verbindung mit Turnierteilnahmen hat auch Nadine Kalweit profitiert. Sie steht bei den Damen 40 nun auf DTB-Position 5. Auch interessant: Sylva Hahn, im DTB die Nummer 6 bei den Damen 45, wird mit Jahrgang 1975 auch noch in der Damenrangliste geführt (DTB 464). Klaus Dressler ist im WTB derzeit einer der vier ältesten Ranglistenspieler und belegt bei den Herren 80 Platz 33.

Manch einer mag sich indes verwundert die Augen reiben, dass Ex-Profi Michael Berrer (TC Doggenburg) unter den 700 gelisteten Herren erst auf Position 665 auftaucht, würde man ihn – seine Karriere als Berufsspieler beendete er im Dezember 2016 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft in Biberach – doch nach wie vor zu den Top-Kräften im Tennisländle zählen. Ausschlaggebend war seine 6:1-Bilanz beim Aufstieg der Doggenburg vergangene Saison in die Regionalliga Südwest.

Zusatz Gäubote: Volker Stamer vom TC Herrenberg ist in der neuen Rangliste von einer im vergangenen Jahr noch zweistelligen Position auf Platz 140 bei den Herren 50 abgerutscht. „Lag daran, dass ich im letzten Sommer nicht viele Turniere gespielt habe, aber sowohl Württembergische Meisterschaften im März, das ITF in Kreuzlingen Anfang April als erstes Outdoor-Turnier und momentan der Hölderlin-Cup in Nürtingen wurden ja alle abgesagt“, sagt Stamer, der sich in der Tennispause mit Radfahren und Joggen fit hält.

Doch Ranglistenplatzierung hin oder her – die große Masse der Tennisspielerinnen und Tennisspieler, darunter auch die in der Herrenrangliste geführten Jugendlichen Eddie Schmidt (TC Herrenberg) und der für die TA SV Böblingen spielende Kim Niethammer aus Gültstein, interessiert derzeit vor allem eines: wann dürfen sie endlich wieder auf den Platz. Den jüngsten Entwicklungen zufolge wird das wohl erst im Laufe des Wonnemonats Mai sein.

Deutsche Ranglisten, Stand 31.03.2020

Die vollständigen Ranglisten finden sich unter folgendem Link: https://www.dtb-tennis.de/Tennis-National/Ranglisten