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Anne Knüttel stoppt Steffi Bachofers Serie

Die 45. Auflage des Hallenturniers beim Tennis-Club Waiblingen im Rahmen des Dunlop-WTB-Circuits erlebte hochklassige Endspiele mit verdienten Siegern. Anne Knüttel (Würzburg) und Jimmy Yang aus Leonberg kassierten den Löwenanteil des Preisgeldes von 3000 Euro.

10.02.2020  Aktive
Strahlende Sieger in Waiblingen (v.l.) TCW-Vorsitzender Detlef Held, Turnierchef Peter Hagedorn, Steffi Bachofer, Siegerin Anne Knüttel und Stadt-Verteter Herrmann Schöllkopf.

Turnierdirektor Peter Hagedorn und Oberschiedsrichterin Gisela Stecher waren sehr zufrieden mit ihrem Turnier. Kaum Streitigkeiten auf dem Platz, die maximal 24 Matches pro Tag konnten alle innerhalb christlicher Zeiten abgewickelt werden – am Samstag war als spätester Zeitpunkt um 22.30 Uhr der letzte Ball geschlagen worden. Der Weinstand davor war am Abend ebenfalls bestens besucht.

Ein hochklassiges Feld hatte sich vor allem bei den Frauen beim Lenhart-Cosmetics-Cup eingefunden: Die acht gesetzten Spielerinnen standen allesamt unter den besten 100 der deutschen Rangliste. Doch auch das schützt nicht vor frühem Ausscheiden, wie die an eins gesetzte Sina Herrmann aus Karlsruhe erleben musste, die in der deutschen Rangliste immerhin auf Platz 29 steht. Schon im ersten Match setzte sie sich mit viel Mühe gegen Luca Bohlen von Rot-Weiß Berlin durch, die auf Rang 147 in Deutschland geführt wird. – 4:6, 6:1, 10:3. Danach gab es ein klares 6:0, 6:2 gegen Kristina Kukaras (Heidelberg/DTB 210), dem ein 6:3, 6:1 gegen Mia Mack aus Bietigheim (DTB 145) folgte. Im Halbfinale war dann allerdings Endstation. Anne Knüttel aus Würzburg, mit Ranglistenplatz 87 auf Position sieben gesetzt, warf die Topgesetzte Sina Herrmann (SSC Karlsruhe) mit 6:4, 6:1 aus dem Rennen.

In der unteren Hälfte des Tableaus war Steffi Bachofer (TC Bernhausen) auf dem Weg zu ihrem nächsten Turniersieg in Waiblingen nicht aufzuhalten. Sie machte nur das Notwendigste auf dem Weg ins Finale, gab höchstens mal drei Spiele in einem Satz ab: 6:0, 6:1 gegen Maxima Reule (DTB 488) aus Backnang, 6:3, 6:3 gegen Marie Vogt aus Urbach (DTB 370), 6:3, 6:3 gegen die Kölnerin Linda Prenkovic (DTB 94) und im Halbfinale ein lockeres 6:2, 6:1 gegen Yvette Schmucker aus Ludwigsburg, die auf Platz 130 in Deutschland geführt wird. In Miami/Florida hatte Steffi Bachofer im November vergangenen Jahres drei Weltmeistertitel bei den Damen 35 gewonnen – im Einzel, im Doppel und mit dem deutschen Team. Dazu kennt die Nummer 44 in der deutschen Rangliste die Waiblinger Halle nur zu genau – wie viele Titel sie hier geholt hatte wusste sie selbst nicht – auf jeden Fall war sie die Titelverteidigerin. Steffi Bachofer ist mit 36 Jahren doppelt so alt wie Ihre Gegnerin – und spielte ihre Erfahrung im ersten Satz beim 6:3 aus. Anne Knüttel hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, den zweiten Satz zu gewinnen – doch kam dann ein schnelles Break für sie und am Ende hatte sie Durchgang zwei im Tie-Break 7:5 geholt. Bachofer hat den platzierteren Aufschlag, Anne Knüttel den härteren – und eine „Super-Vorhand“ wie Peter Hagedorn feststellte. Den Match-Tiebreak holte sich dann die 18 Jahre junge Würzburgerin mit 10:7 und damit riss die lange Erfolgsserie von Bachofer in Waiblingen: „Du hast hier in Waiblingen nur zweimal verloren, wenn du angetreten bist. Leider eben auch heute“, sagte Peter Hagedorn bei der Siegerehrung und wünschte Anne Knüttel viel Glück: „Du wirst nächstes Jahr sicher besser sein als Ranglistenplatz 87.“

Jimmy Yang vom TC Leonberg, deutsche Rangliste 200, gegen Jakob Cadonau aus Ludwigshafen, DTB 154 – so hieß das Finale bei den Männern. Auf dem schnellen Boden der Waiblinger Halle hatten vor allem starke Aufschläger und gute Returnspieler ihre Vorteile – und da zählen Ranglistenplätze noch weniger als bei den Frauen. Yang, der seit acht Jahren an der First-Line Tennis Academy (FLTA) trainiert, hatte den Murr-Eleven Erkan Bebek in Runde eins 6:4, 6:3 ausgeschaltet, danach Kim Niethammer aus Böblingen 6:1, 6:1, Dominique Graf (Augsburg), an drei gesetzt, hatte Yang gar 6:1, 6:1 geschlagen und im Halbfinale schließlich noch den topgesetzten Benedict Kurz, (Hirschlanden, DTB 129) knapp 7:6, 6:4 in Schach gehalten. Sein Finalgegner Jakob Cadonau vom BASF TC Ludwigshafen ist erst 17 Jahre alt – und damit fünf Jahre jünger als sein Endspielgegner. Dafür aber knapp zwei Meter groß – entsprechend stark ist sein Aufschlag aus dieser Höhe. Cadonau besiegte nacheinander Julian Schöller (Oberstenfeld) 6:4, 6:4; Felix Veyhle aus Ludwigsburg 6:3, 7:6; Tobias Rief (Doggenburg Stuttgart) 6:1, 1:6, 10:6 und war im Halbfinale gegen Dennis Katzenwadel aus Schorndorf beim 6:4, 6:2 erfolgreich. Zwischen Jimmy Yang und dem jüngsten Finalisten mit 18 Jahren, Jakob Cadonau aus Ludwigshafen, war das Finale sehr ausgeglichen und ausgesprochen fair. Bei Satzball von Yang gab Cadonau einen Aufschlag seines Gegner gut – und überstimmte damit auch den Schiedsrichter. Yang gewann den RTS Steuerberater Cup nach einer guten Stunde mit 6:4, 6:2. alp