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Aufstieg im Doppelpack

Die Württembergischen Mannschaftsmeister der Damen und Herren gehen in Liga drei.

07.08.2018 Aktive

Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Nachdem der württembergische Meister SV Leingarten im Vorjahr noch mit einer hauchdünnen 4:5-Niederlage beim Wiesbadener THC den Aufstieg in die Regionalliga verpasst hatte, haben sich die Heilbronner Vorstädter diesmal auf eigener Anlage durchgesetzt: Das Spiel gegen den rheinland-pfälzischen Vertreter TSC Mainz war schon beim Stand von 5:0 entschieden, sodass das abschließende Einzel abgebrochen und die drei Doppel gar nicht mehr ausgetragen wurden. „Die Freude und die Erleichterung sind riesengroß“, sagte der Mannschaftsführer Heiko Ortwein, als seinen Jungs vor gut 200 Zuschauern die roten Aufstiegs-T-Shirts übergestreift wurden.

Ähnlich souverän hatte der SVL zuvor auch schon seinen Weg zum Titelgewinn auf Verbandsebene gemeistert. Lediglich einmal, am dritten Spieltag beim 5:4-Heimsieg gegen den späteren Vizemeister TC Doggenburg Stuttgart wurde es einigermaßen eng. Die anderen sechs Begegnungen gewann der Vorjahresmeister sehr souverän. Einen wesentlichen Anteil an der Dominanz hatte der Franzose Guillaume Rufin. Die ehemalige Nummer sechs der Junioren-Weltrangliste und Nummer 81 der Weltrangliste (2013) hatte bereits im Sommer 2017 sechs von sieben Einzeln für sich entschieden. Diesmal blieb der 28-Jährige in allen sieben Einzeln und auch in sechs Doppel-Partien der Württembergliga makellos und verlor kein einziges Spiel.

Grund zum Jubeln hat es Anfang August auch 70 Kilometer südlich von Leingarten gegeben, denn auch die Damen der TA VfL Sindelfingen dürfen im nächsten Sommer in der dritthöchsten deutschen Spielklasse aufschlagen. Für den Ex-Zweitligisten war der abschließende Schritt in Richtung Regionalliga Süd-West allerdings ein wenig einfacher, denn die VfL-Damen benötigten kein Aufstiegsspiel, weil der hessische Gegner, Tennis 65 Eschborn, freiwillig verzichtete. Der hessische Meister aus dem Taunus hat in seinen Reihen fünf Akteurinnen, die im Winter und im Frühjahr an einem US-College studieren. Weil die nicht rechtzeitig zu Beginn der Regionalliga-Saison zur Verfügung gestanden hätten, ließen die Eschborner die Aufstiegschance ungenutzt. Umso größer war deshalb die Freude in Sindelfingen. Vor einem Jahr hatten die Akteurinnen aus der Daimler-Stadt in einer sehr ausgeglichenen Württembergliga zwei Niederlagen gesammelt und waren damit auf Rang vier gelandet. Und auch diesmal begann das mit der routinierten Stefanie Kolar (42, kam vom TC Leonberg) verstärkte Team wieder mit einer Niederlage in die Runde, diesmal mit einem 4:5 gegen den TC Tübingen. Während die siegreichen Universitätsstädterinnen im Anschluss beinahe noch abgestiegen wären, starteten die Sindelfingerinnen richtig durch. Alle fünf folgenden Spiele wurden gewonnen. Den Meistertitel machten Meggie Raidt, Paula Götz und Kolleginnen schließlich mit einem 7:2-Auswärtserfolg beim sieglosen Schlusslicht TC Waiblingen perfekt. „Der missglückte Auftakt hat unsere Mannschaft noch mehr zusammengeschweißt“, sagte die Abteilungsleiterin Alexandra Zürn. Die Sindelfingerinnen sind damit wieder in der nationalen Drittklassigkeit angekommen, aus der sie 2014 abgestiegen waren.

Für die Herren aus Leingarten geht es derweil erstmals in die Regionalliga Süd-West. „Mainz hat uns durchaus gefordert. Aber ehrlich gesagt, war das Wetter heute unser größter Gegner“, sagte der Spieler Elmar Ejupovic nach dem erfolgreich absolvierten Aufstiegsspiel in einem regelrechten Glutofen am ersten August-Wochenende.

Harald Landwehr