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boso Ladies Open Hechingen: Sieg geht nach Georgien

Die 26-jährige Ekaterine Gorgodze aus Georgien hat die 21. Ausgabe der boso Ladies Open in Hechingen gewonnen. Die Top 200-Spielerin besiegte im Finale Lokalmatador Laura Siegemund überraschend deutlich mit 6:2, 6:1.

27.08.2018 Bezirk E Aktive

Obwohl letztlich keine deutsche Spielerin dieses hervorragend besetzte und erneut bestens organisierte Turnier am Fuße der Burg Hohenzollern gewinnen konnte, werden die boso Ladies Open 2018 den zahlreichen Zuschauern und allen Verantwortlichen um die Turnierdirektoren Thomas Bürkle und Gerhard Frommer als deutsche Festspiele in Erinnerung bleiben.

Von zehn im Hauptfeld gestarteten deutschen Damen erreichten mit Laura Siegemund (TC Karlsruhe Rüppurr), Katharina Hobgarski (BASF TC Ludwigshafen), Tamara Korpatsch (Der Club an der Alster) sowie Anna Zaja und Lena Rüffer (beide TEC Waldau Stuttgart) gleich fünf Spielerinnen das Viertelfinale. Mit Siegemund, Korpatsch und Zaja zogen dann sogar drei in die Runde der letzten Vier ein.

Angeführt wurde die Setzliste von Carina Witthoeft (Der Club an der Alster), die leider in der ersten Runde gegen Hobgarski beim Stand von 3:6, 1:4 wegen einer Knieverletzung aufgeben musste. Mit Antonia Lottner (TC Rot-Blau Regensburg) scheiterte eine weitere gesetzte deutsche Spielerin nach ihrem Erstrunden-Sieg gegen Tereza Martincova (CZE) bereits in der zweiten Runde. Lottner verlor gegen Korpatsch, die sich aufgrund vergessener Turniermeldung auch in diesem Jahr mit einer Wildcard durch die Qualifikation spielen musste, mit 4:6, 0:6.
Aus der stark besetzten Qualifikation erreichte zudem noch Jule Niemeier (TC Bad Vilbel) das Hauptfeld, wo sie allerdings in der ersten Runde an der Chilenin Daniela Seguel scheiterte.

Im Finale beendete dann Gorgodze die deutschen Festspiele und ein für sie denkwürdiges Turnier mit dem hochverdienten Sieg. Die Georgierin spielte, nicht nur in diesem Endspiel, gegen Laura Siegemund über 90 Minuten nahezu fehlerfreies Tennis. Auf dem Weg zum Turniersieg besiegte sie zunächst die Italienierin Giulia Gatto-Monticone, ehe sie dann mit Anna Gabric (TEC Waldau Stuttgart), Hobgarski und Zaja drei deutsche Spielerinnen ausschaltete. Lediglich Hobgarski konnte dabei im Viertelfinale bei ihrer 2:6, 6:2, 2:6-Niederlage der späteren Turniersiegerin einen Satz abringen. Im Halbfinale führte Zaja zunächst im ersten Satz mit 4:1, ehe Gorgodze besser zu ihrem Spiel fand und letztlich durch den 7:6, 6:1-Erfolg ins Finale einzog. Hier fand dann auch Siegemund einfach keine Mittel gegen ihre an diesem Tag einfach bessere Gegnerin. Die in Stuttgart wohnende Porsche Team Deutschland-Spielerin kam als Turniersiegerin von Bad Saulgau in die Zollerstadt und erreichte mit Siegen über Anastasia Zarycka (4:6, 6:1, 6:2), Chiara Scholl (6:2, 6:3), Lena Rüffer (6:4, 6:2) und im Halbfinale über Vorjahressiegerin Korpatsch (6:3, 6:4) das Endspiel, wo sie den zehnten Sieg einer deutschen Spielerin in Hechingen leider nicht realisieren konnte. „Ich bin so glücklich, mich hier gegen all die deutschen Spielerinnen durchgesetzt zu haben und freue mich wahnsinnig über diesen Turniersieg. Ich bedanke mich bei den Turnierdirektoren Thomas Bürkle und Gerhard Frommer sowie allen Helfern für dieses tolle Turnier, was auf der ITF-Tour wohl einmalig ist“, so Gorgodze nach ihrem Sieg.

„Ich habe jetzt in den letzten Wochen einige Turniere dieser Kategorie gespielt. Aber so etwas wie hier habe ich noch nie erlebt. Unglaublich, wie viele Zuschauer diesem Turnier eine wirklich spezielle Atmosphäre und ein ganz besonderes Flair gegeben haben“, ergänzte eine trotz der Niederlage gut gelaunte Siegemund. „Vielen herzlichen Dank an alle, die diese Veranstaltung möglich machen“, so die Deutsche weiter.

Am Final-Wochenende sorgten jeweils gut 1.500 Zuschauer für eine nahezu bis auf den letzten Platz gefüllte Tennisanlage. Dies bedeutet einen neuen Zuschauerrekord und das trotz der großen Hitze an den Qualifikations-Tagen und einem ziemlich verregneten Dienstag. Zu den Erstrunden-Spielen am Mittwoch kamen erstmals mehr als 1.000 Zuschauer, so dass insgesamt über 6.000 Zuschauer während der Turnierwoche nach Hechingen strömten.

Das Doppelfinale entschieden Polina Monova (Russland)/Chantal Skamlova (Slowakei) mit einem 6:4, 6:3 Erfolg über Ksenia Palkina (Kirgisistan)/ Sofia Shapatava (Georgien) für sich.

Gesellschaftliche Höhepunkte des Turniers waren die Players Party am Mittwochabend sowie weitere musikalische Clubveranstaltungen am Freitag und Samstag. Auch in diesem Jahr erhielten alle Spielerinnen bei der Spielerparty wieder das schon traditionelle Hechinger Turnierhandtuch.

Im Rahmen der Siegerehrung bedankte sich WTB-Präsidiumsmitglied Hartmut Seifert bei den Verantwortlichen um Ingo Hauffe, den Ersten Vorsitzenden des TC Hechingen. Dieser gab den Dank an die beiden Turnierdirektoren Gerhard Frommer und Thomas Bürkle sowie den freiwilligen Helfern in allen Bereichen (Physiotherapie, Fahrdienst, Platzdienst, Ballkinder, Linienrichter, Gastronomie etc.) für eine sehr spezielle Woche weiter, die bei großer Hitze begann und bei absolutem Kaiserwetter endete. Auch der Macher des Turniers, Gerhard Frommer, bedankte sich für die großartige Unterstützung bei allen Sponsoren und hofft auf eine Fortsetzung der boso Ladies Open in Hechingen in den kommenden Jahren.

Thomas Bürkle