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Der Jugend Cup feiert seinen 20. Geburtstag

Schaut Turnierdirektor Peter Rohsmann auf alte Teilnehmerlisten des Jugend Cups (12. bis 19. August), schüttelt er schon mal verwundert sein Haupt: „Unfassbar, wer in den letzten Jahren alles bei uns in Renningen und Rutesheim gespielt hat.“

12.07.2017 Jugend Bezirk C

Als der einstige IT-Unternehmer 1997 die Idee hatte, ein internationales Jugendturnier zu veranstalten, um den Bekanntheitsgrad seines TSC Renningen zu steigern, konnte keiner ahnen, dass das einst zarte Pflänzchen zu einem stolzen Baum heranwachsen würde. Siegfried Guttenson, langjähriger Jugendwart des WTB und aktiver Steinbügelhalter für das Turnier, sagt denn auch klipp und klar: „Der Jugend Cup ist das beste Turnier der Tennis-Europe-Serie. Vielleicht ist Düren sportlich noch ein wenig besser, aber die Infrastruktur in Renningen und Rutesheim ist schlicht perfekt.“ Rainer Oehler, Verbandstrainer des Badischen Tennisverbands, stößt ins gleiche Horn: „Was Peter Rohsmann und seine Crew hier aufgezogen haben, besitzt absolut Challenger-Niveau. Für ein Jugendturnier ist das sehr beeindruckend.“

Gespielt wird in Renningen und Rutesheim, der Hauptanlage 2017, bei Mädchen und Jungs in den Altersklassen U16 und U14. Die älteren Jahrgänge spielen um die Titel „Internationaler Deutscher Jugendmeister“. So gratulieren zum Jubiläum natürlich auch Spieler aus ganz Europa – wie der Franzose Pierre-Hugues Herbert, Wimbledon-Sieger im Doppel, der Bosnier Damir Dzumhur, die Ukrainerin Elina Svitolina, Nummer 5 der Welt und 2007 im Achtelfinale des Jugend-Cups gescheitert, die Schweizerin Belinda Bencic (Siegerin 2010 und 2016 die Nummer 7 der WTA-Rangliste) ebenso wie die Deutschen Angelique Kerber (Jugend-Cup-Siegerin 2000), Alexander Zverev, Jan-Lennard Struff, in Renningen 2005 in der Qualifikation gescheitert und inzwischen die Nummer 53 der Welt, Maximilian Marterer, Jugend-Cup-Sieger 2010 und derzeit die Nummer 120 der Weltrangliste, oder der erst 18-jährige Daniel Altmaier, der unlängst beim 250er in Antalya ins Viertelfinale vorstieß.

Auch Spielerinnen und Spieler aus dem Ländle konnten sich schon in die Siegerlisten eintragen: Die erste Auflage des Turniers gewann 1998 der Kirchheimer Tony Holzinger, der jetzt als Chef-Coach in seinem Heimatclub arbeitet. Lara Conrad, noch immer in der Renninger Club-Mannschaft aktiv, siegte 2003. Die letzte Chance auf einen Sieg als Lokalmatador hat beim Jubiläumsturnier der Böblinger Nic Wiedenhorn, der amtierende Deutsche Jugendmeister U16.

Ansonsten waren es Spielerinnen und Spieler aus dem Ausland oder aus anderen deutschen Landesverbänden, die sich die von Künstlerhand gefertigten Siegerpokale sicherten. Herausragend war der Erfolg der Russin Anastasija Potapowa, die 2014 im zarten Alter von 13 Jahren die U16-Konkurrenz gewann, im Jahr darauf beim Junioren-Turnier in Wimbledon siegte und auf Platz 1 der Jugendweltrangliste kletterte. Ebenfalls auf Platz 1 in seiner Altersklasse steht Vorjahressieger Holger Rune. Der kleine Däne siegte überlegen und könnte altersbedingt seinen Titel in diesem Jahr sogar verteidigen.

Auf jeden Fall erwarten die Organisatoren fürs Jubiläumsturnier wieder starke Felder, auf dass Turnierdirektor Peter Rohsmann angesichts der Qualität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder verwundert den Kopf schütteln kann. Und der Bekanntheitsgrad von Renningen/Rutesheim ist vor allem in der internationalen Jugendszene gewaltig gestiegen.
pez