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Die Nummer eins ist eine Nummer zu groß

Die Stuttgarterin Laura Siegemund unterliegt Ashleigh Barty in Runde zwei des Porsche Tennis Grand Prix.

22.04.2021
Ashleigh Barty startet mit einem Sieg gegen Laurai Siegemund in den Porsche Tennis Grand Prix. Foto: Porsche

Stuttgart. Ashleigh Barty ist so souverän in den Porsche Tennis Grand Prix gestartet, wie man das von der Nummer 1 der Welt erwartet. In ihrem ersten Einzel auf dem Centre-Court der Porsche-Arena setzte sich die Australierin am Mittwoch mit 6:0, 7:5 gegen die Lokalmatadorin Laura Siegemund durch. Mit diesem Sieg zog die Topfavoritin, die zum ersten Mal in Stuttgart aufschlägt, ins Viertelfinale ein. In der Runde der letzten Acht stehen bereits auch die Estin Anett Kontaveit nach ihrem überraschenden 7:5, 6:4 gegen die an Nummer 3 gesetzte Amerikanerin Sofia Kenin sowie Petra Kvitova. Die Titelverteidigerin aus Tschechien behauptete sich in einem hart umkämpften Dreisatzmatch mit 6:3, 3:6, 6:3 gegen die Griechin Maria Sakkari.

Ganz so weit ist Angelique Kerber noch nicht. Doch auch die Porsche-Markenbotschafterin ist auf einem guten Weg. Mit einem souveränen 6:2, 6:2 gegen „Lucky Loser‟ Ekaterine Gorgodze aus Georgien startete sie erfolgreich in das Turnier, das sie 2015 und 2016 gewonnen hat. „Es ist einfach toll, wieder hier zu sein‟, sagte sie nach ihrem Auftaktsieg. „Der Porsche Tennis Grand Prix ist mein Heimturnier. Auch wenn es ohne Fans in der Halle etwas einsam ist, fühle ich mich hier wie zu Hause.‟ Eine weitaus größere Herausforderung wird am heutigen Donnerstag (nicht vor 18.30 Uhr) ihr Zweitrundenmatch gegen die an Nummer 4 gesetzte Elina Svitolina. Sechs Niederlagen in den letzten sechs Auseinandersetzungen – das ist die Bilanz der Deutschen gegen die Ukrainerin. Trotzdem ist sie guter Dinge. „Ich bin keine, die auf solche Statistiken schaut‟, sagt sie. „Ich habe den Vorteil, hier schon ein Match gespielt zu haben. Ich fühle mich gut und freue mich auf das Spiel, in dem ich wieder alles geben werde, um zu gewinnen.‟

Für die erste größere Überraschung bei der 44. Auflage des Traditionsturniers sorgte Anett Kontaveit. Die Estin, die in der Weltrangliste als Nummer 26 geführt wird, schlug die 22 Positionen besser platzierte Amerikanerin Sofia Kenin unerwartet problemlos mit 7:5, 6:4. Damit war der erste Auftritt der Australian-Open-Siegerin von 2020 beim Porsche Tennis Grand Prix auch ihr vorerst letzter. Anett Kontaveit, die 2019 in der Porsche-Arena im Finale gegen Petra Kvitova stand, dominierte das Spiel von Beginn an und ließ ihre Gegnerin vor allem dank ihrer starken Aufschläge nicht zur Entfaltung kommen. Zwölf Asse standen am Ende zu Buche – ein willkommener Beitrag zur Aktion „Asse für Charity‟, bei der Porsche für jeden direkt verwandelten Aufschlag 200 Euro für wohltätige Zwecke spendet. „Ich bin sehr glücklich‟, freute sich die Siegerin über ihren souveränen Einzug ins Viertelfinale. „Am Anfang habe ich noch zu viele Breakpunkte liegen lassen. Doch im zweiten Satz habe ich meine Chancen dann besser genutzt.‟

Tamara Korpatsch kurz vor einer Sensation
Im ersten Match des Tages stand Tamara Korpatsch gegen Karolina Pliskova kurz vor einer Sensation. In ihrer überhaupt ersten Begegnung mit einer Top-10-Spielerin stellte sie die Stuttgart-Siegerin von 2018 vor große Probleme und musste sich erst nach 2:18 Stunden mit 5:7, 6:3, 3:6 geschlagen geben. Dabei hatte sie durchaus ihre Chancen. Im ersten Satz führte sie schon mit 5:2, im dritten hielt sie bis zum 3:3 gut mit – doch am Ende war die aktuelle Nummer 9 der Welt dann doch zu stark. Karolina Pliskova war schließlich froh, diese Auftakthürde genommen zu haben, betonte aber: „Ich muss mich noch steigern und meinen Rhythmus finden.‟ Dazu hat sie am Donnerstag Gelegenheit, wenn sie um 11.30 Uhr auf Jelena Ostapenko aus Lettland trifft. Die French-Open-Siegerin von 2017 löste ihre Erstrundenaufgabe gegen die Schweizer Qualifikantin Stefanie Vögele mit einem 7:5, 6:4.

Die in Stuttgart an Nummer 2 gesetzte Rumänin Simona Halep greift am Donnerstag ins Turniergeschehen ein. Sie spielt (nicht vor 17 Uhr) gegen Marketa Vondrousova aus Tschechien. Auch für Anna-Lena Friedsam, die neben Angelique Kerber einzig verbliebene Deutsche, geht es um den Einzug ins Viertelfinale. Die Spielerin vom Porsche Team Deutschland bekommt es (nicht vor 13.30 Uhr) mit Aryna Sabalenka zu tun. Eine schwierige Aufgabe, denn die Belarussin ist aktuell die Nummer 7 der Welt. Für Anna-Lena Friedsam ist ihr Arbeitstag danach aber noch nicht zu Ende: Zusammen mit Mona Barthel tritt sie nach der ihr zustehenden Verschnaufpause am späten Nachmittag noch im Doppel an – als Titelverteidigerinnen!