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Die Württembergischen Mannschaftsmeister der Aktiven

Der Männer der TA SV Leingarten und die Frauen des TC Lauffen II schnappen sich die württembergischer Mannschaftsmeistertitel.

31.07.2017 Aktive

Württembergliga Herren: Sieg für die TA SV Leingarten

Bei einer Meisterrunde, in der jede der acht Mannschaften innerhalb von fünf Wochen nur einmal gegen jede andere antritt, ist eigentlich kein Platz für ein Endspiel. Insofern war es in der Württembergliga der Herren in dieser Saison nur dem Zufall und der Kreativität der Spielplangestalter zu verdanken, dass es am letzten Juli-Wochenende doch zu einem sportlichen Entscheidungsspiel gekommen ist: Da standen sich nämlich der bis dato verlustpunktfreie Tabellenführer SV Leingarten und der Verfolger TV Reutlingen II gegenüber, der bis zu diesem Zeitpunkt nur eine Niederlage auf seinem Konto hatte. Ein richtiges Endspiel war es freilich nur bedingt, schließlich konnten sich die Gastgeber sogar eine knappe Niederlage leisten können und aufgrund der besseren Matchbilanz immer noch den württembergischen Meistertitel und den Einzug ins Aufstiegsspiel zur Regionalliga feiern.

Genau so ist es dann auch gekommen. Die Gäste gewannen mit 5:4 und vermiesten dem SVL damit den Traum von der perfekten Saison und zogen nach Punkten mit den Unterländern gleich. Der neue Meister und der Gegner des Wiesbadener THC (Hessen) im Aufstiegsspiel heißt nach Platz zwei im Vorjahr allerdings SV Leingarten. Maßgeblich zu verdanken hat der neue württembergische Champion diesen Erfolg seinem überragenden Quartett, dem Franzosen Guillaume Rufin sowie Nils Brinkmann, Christian Hirschmüller und Bogdan Djurdjevic, die allesamt nur ein einziges Einzel im Saisonverlauf verloren.

Die Zweitliga-Reserve aus Reutlingen um Jakob Sude, Peter Mayer-Tischer und den Spielertrainer Daniel Stöhr sicherte sich mit dem Sieg im Spitzenspiel knapp die Vizemeisterschaft, vor der TSG Backnang. Möglicherweise wäre für die Reutlinger sogar der Titelgewinn möglich gewesen, hätte nicht bei der einzigen Niederlage, dem 2:7 gegen Backnang, der Spitzenmann Sude gefehlt, der zeitgleich in der „Ersten“ ran musste. Eine positive Bilanz von 5:2-Siegen (TSG Backnang) und jeweils 4:3 (TC Markwasen Reutlingen und TC Doggenburg Stuttgart) durften die Teams auf den Rängen drei bis fünf mit aus der Sommersaison 2017 nehmen. Der überragende Akteur in diesem Trio war der Doggenburg-Neuzugang David Klier. Vor der Saison gemeinsam mit dem ehemaligen deutschen Meister Torsten Popp vom Regionalligisten STG Geroksruhe zum Stuttgarter Nachbarn gewechselt, steuerte der Routinier im Einzel eine 7:0-Bilanz und im Doppel sechs Erfolge aus sieben Partien bei.

Definitiv absteigen müssen die Teams auf den letzten beiden Plätzen, der TC Friedrichshafen und der TC Tübingen. Für die beiden Oberliga-Meister aus dem Vorjahr erwies sich die Württembergliga als eine Nummer zu groß, sie müssen mit nur einem (Friedrichshafen), beziehungsweise gar keinem Saisonsieg (Tübingen) direkt wieder eine Etage nach unten. Noch hoffen durfte nach Abschluss der Runde der TC Hechingen (2:5). Sollte dem SV Leingarten gegen Bad Vilbel der Aufstieg in die dritthöchste deutsche Klasse gelungen sein, dann bleibt der Mannschaft von der Schwäbischen Alb der Gang in die Oberliga erspart. Ganz sicher im nächsten Sommer in der Württembergliga spielen wird die erste Herrenmannschaft der Stuttgarter Tennisgesellschaft Geroksruhe. Der Traditionsclub stieg ohne sportliche Chance aus der Regionalliga ab. Den Aufstieg in die Württembergliga geschafft haben der TC Ehingen/Donau und die SV Böblingen.

Tabelle und Ergebnisse Herren


Württembergliga Damen: TC Lauffen II sichert sich den Titel

Der TC Leonberg hat im vergangenen Jahr vorgemacht, wie es geht: Der Meister der Württembergliga hat das Aufstiegsspiel zur Regionalliga Südwest gewonnen und den Sprung in die dritte Liga geschafft. Ob dem TC Lauffen II das gleiche Kunststück glückt, ist noch offen, die Begegnung gegen den SSC Karlsruhe (Meister Badenliga) findet am 5. August statt.

Lange war unklar, ob die Unterländerinnen überhaupt das Aufstiegsspiel bestreiten durften, denn auch der Vize, der TC Doggenburg Stuttgart, der sich am abschließenden Spieltag mit einem 5:4-Sieg beim TV Reutlingen hauchdünn vor dem zweiten Neuling, dem TC Nagold Rang zwei sicherte, hatte sich Chancen ausgerechnet. Ursprünglich war davon ausgegangen worden, dass der neue Württembergischer Meister nicht zur eigenen Ersten in die dritthöchste Klasse würde aufrücken dürfen. Die Lauffenerinnen unterlagen zwar zum Abschluss in Sindelfingen, mit zuvor fünf Siegen und keiner Niederlage waren sie aber bereits nicht mehr von der Konkurrenz einholbar. „Wir hatten schon damit gerechnet, dass unsere Mannschaft vorne mitspielen würde und auf Rang zwei oder drei spekuliert. Der Titelgewinn war für uns aber eine sehr angenehme Überraschung“, sagte der Sportwart des TCL, Roland Hirschmüller. Die Teilnahme an der Aufstiegsrunde war für die Damen aus dem Unterland aber wie erwähnt eigentlich kein Thema, da die eigene erste Damenmannschaft in diesem Sommer dort den dritten Rang belegt hat und drittklassig bleiben wird. Nun ist aber mit Blick in die Statuten geklärt: Im Aufstiegsfall dürfte die Lauffener Zweite in der Regionalliga gegen die eigene Erste antreten, das „vereinsinterne Derby“ würde am ersten Spieltag 2018 angesetzt werden. Sportlich überzeugt hat beim neuen Meister speziell Rosalie Willig. Die 23-Jährige sammelte sowohl in Einzel, als auch im Doppel jeweils 6:0-Siege und beendete die Saison ohne eine eigene Niederlage auf dem Court.

Hinter dem neuen Meister endeten der TC Doggenburg, der TC Nagold und der VfL Sindelfingen allesamt mit vier Siegen und zwei Niederlagen und belegten am Ende – nur durch die Matchbilanz getrennt – die Ränge zwei bis vier. Einen ganz starken Eindruck beim Neuling aus dem Nordschwarzwald (TCN) hinterließ vor allem die Deutsch-Amerikanerin Chiara Scholl (ehemalige Nummer 164 der Weltrangliste), die alle sechs Einzel gewann.

Nicht hundertprozentig zufrieden sind angesichts einer regelrechten Achterbahnfahrt im Saisonverlauf derweil die Spielerinnen und die Verantwortlichen beim TV Reutlingen, der mit einem Sieg am abschließenden Spieltag der TC Doggenburg Platz zwei hätte streitig machen und selbst Platz drei in der Abschlusstabelle hätte belegen können.

Während es beim Aufsteiger von der Achalm aber letztendlich mit ausgeglichener Bilanz (drei Siege, drei Niederlagen) doch sehr souverän zu Klassenverbleib gereicht hat, müssen die beiden Stuttgarter Traditionsvereine TEC Waldau und STG Geroksruhe den Abstieg in die Oberliga beklagen. War es bei der Geroksruhe angesichts des Verlustes von fünf Stammkräften vor der Runde keine große Überraschung, dass die Mannschaft von Trainer Torben Faigle weitgehend chancenlos sein würde, so war die negative Bilanz der zweiten Damen des Bundesligisten TEC Waldau (kein einziger Sieg, 4:5-Niederlage im Kellerduell) nicht unbedingt erwartet worden.

Neue, aber zum Teil als Rückkehrer auch alt bekannte Gesichter in der nächsten Saison in der höchsten Spielklasse des Verbands bei den Damen werden der SSV Ulm 1846 und der TC Tübingen sein. Die Damen von der Donau blieben in ihren sechs Oberliga-Spielen ebenso ohne Niederlage wie die Kolleginnen aus der Neckarstadt in der Parallelgruppe.

Tabelle und Ergebnisse Damen

Harald Landwehr

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