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Eddie Schmidt erreicht beim Waiblinger TE-Turnier das Finale

Die 44. Auflage der TCW Academy Junior International hat wieder einen Finalisten aus dem Ländle. Eddie Schmidt aus Herrenberg stand im Finale der U14 – und unterlag dort der Nummer eins von Kanada, Stewart Aronson, 2:6 3:6. Supervisor Karoly Izmendi lobte die Waiblinger Organisatoren. „Es ist toll und vor allem die letzten beiden Jahre wurden sehr viel besser“, sagte der Ungar.

30.07.2019  Jugend

Knapp 80 Teilnehmer mehr hatte das Jugendturnier des TC Waiblingen (TCW) in diesem Jahr. Turnierdirektor Peter Hagedorn führte dies vor allem auf die neue Konzeption von Vorstand Detlef Held zurück: „Man sieht unsere Mitglieder an den Ständen, beim Fahrdienst – das ist einfach eine andere Atmosphäre.“ Sportlich waren die Tschechen, Russland und Kanada die stärksten Teams – und zum ersten Mal in den vielen Jahren spielte sich auch die Mannschaft aus Portugal in den Vordergrund. „Bei den Junioren U16 führte der Portugiese Eduardo Morais das Feld an und im Halbfinale stand sein Landsmann Jaime Faria – das ist schon beachtlich“, kommentierte Hagedorn das sportliche Geschehen.

In den Vordergrund spielte sich auch Eddie Schmidt aus Herrenberg. Der junge Mann aus dem Gäu war mit einer Wildcard ins Hauptfeld gekommen und hatte dort auf dem Weg ins Finale unter anderem den Kanadier Haitam Aboufirassi 1:6, 6:4, 6:2 ausgeschaltet und im Halbfinale den an eins gesetzten Bon Lou Karstens aus Wahlstedt deutlich mit 6:2, 6:1 auf Distanz gehalten. Erst im Finale unterlag der WTB-Kaderspieler dem Kanadier Stewart Aronson mit 2:6, 3:6. Im Feld der U16 kam der Däne Julius Kostopoulos ins Finale, der in der zweiten Runde den Winnender Luis Dobelmann ausgeschaltet hatte. Kostopoulos gewann das Endspiel gegen den Slowenen Aljaz Kirbis deutlich 6:0, 6:1.

Die Hitzewelle in der Turnierwoche war natürlich Thema. Nur für ein Nationalteam nicht: „Das sind wir gewöhnt und manchmal gibt es bei uns sogar höhere Temperaturen“, sagte etwa Damian, Coach der Australier. Anders die Situation bei den europäischen Teams. Die Schweden hatten einen festen Trinkplan, sagte deren Coach Dave: „Am Abend müssen zwei Liter getrunken werden, direkt vor dem Match nochmals 1,5 Liter. Das wird auch von uns streng kontrolliert. Und generell wird bei diesen Temperaturen nur in weißer Kleidung gespielt.“ Natürlich gibt es bei Tennis Europe auch Regelungen für die Hitze – doch wunderte sich Supervisor Karoly Izmendi: „Nicht einer hat danach gefragt“. Wann etwa besondere Trinkpausen möglich sind oder Erholungspausen. Und es gab auch kein „Hitzeopfer“ auf den 18 Freiplätzen des TCW – im Gegenteil: „Wenn Teilnehmer im Einzel ausgeschieden sind, wollten sie so bald wie möglich danach auch noch ihr Doppel spielen“, wunderte sich auch Turnierdirektor Peter Hagedorn. Der hatte zur Freude der Teilnehmer sogar ein Tie-Break-Turnier als Qualifikation für das Doppel mit knapp 20 Paaren angeboten.

Hoch her ging es natürlich im Turnierbüro, wo Hagedorn und Izmendi die Fäden in der Hand hielten. Die Teilnehmer am internationalen Turnier in den Klasse U14 und U16 wussten über die Abläufe Bescheid: Nach dem Aufruf über Mikrofon am Turnierbüro melden, Bälle in Empfang nehmen und auf den Platz gehen. Nach dem Match musste der Sieger das Ergebnis melden und die Bälle abgeben. Diese Ergebnisse wurden von Christine Gentner und Regine Ulmer an Izmendi weitergegeben, der sie sofort in seinen Laptop getippt – die damit auch sofort im Internet abrufbar waren. Zusätzlich wurden die Daten noch analog, sprich auf ausgedruckten Tableaus eingetragen. Bei den nationalen Wettbewerben wussten vor allem die Kleinsten nicht immer, wo sie hin mussten, um sich anzumelden.

Dazu wurden auch noch die 50 Erwachsenen und zehn jugendlichen Helfer für das Turnier im Büro koordiniert. Die TCW-Mitglieder besetzten die beiden Hütten mit Getränken und kleinen Snacks, Weißwürsten, Brezeln und Süßigkeiten. während des gesamten Turniers. Die Helfer gingen auch bei Platzwart Ivan Turic und seinem Enkel Leo zur Hand, als der Boden der Tennishalle ausgelegt werden musste, neue Planen aufgehängt oder Bänke zusammengeschraubt werden mussten. Und schließlich war Ivan auch noch der Regenmacher, als er an den heißesten Tagen einen Schlauch am meist benutzen Weg der Anlage an einem Baum montierte und sich von dort eine Kühle Dusche auf die Vorübergehenden ergoss.

Die Hütte von Gisela Stecher war oft erste Anlaufstelle. Dabei hatte die vielsprachige Chefin über fünf Fahrer (Stecher: „Alle cool, ruhig und souverän“) auch sonst alle Hände voll zu tun. Shuttles von Hotels zur Anlage oder auf die Trainingsplätze in Neustadt, Korb oder Fellbach organisieren und Plätze dort auch zu reservieren, Essensgutscheine für die Nationalmannschaften ausgeben und alle Fragen nach Weiterfahrt zum nächsten Turnier abklären. Und obendrein organisierte sie auch noch für 15 Säcke verschmutze Kleidung eine Wäscherei in Cannstatt.

Seit sieben Jahren ist Karoly Izmendi nun Supervisor von Tennis Europe in Waiblingen. Und der erfahrene Ungar, der in diesem Jahr als Linienrichter in Wimbledon arbeitete und in einem Monat zu den US Open als Linesman reist, weiß um die Bedeutung solch kleiner Dinge: „Die Atmosphäre im Turnierbüro ist sehr gut und entspannt. Und wenn ich von Spieler, Trainern und Betreuern keine Klagen bekomme, sondern im Gegenteil sehr viel Lob höre, dann weiß ich, dass hier in Waiblingen alles gut gelaufen ist.“

Ralph Lang

Finalergebnisse Finale TE-Turnier weiblich
U16: Darya Zykova (Russland) – Yaroslava Bartashevich (Russland) 6:3, 6:2.
U14: Amelie Smejkalova (Tschechien) – Jessy Culley (Australien) 6:4, 6:2.