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Ein Sportlerheim als Abschlussarbeit

Feine Rahmenbedingungen für die Elite: Das WTB-Leistungszentrum im Stammheimer Emerholz wird für knapp 2 Millionen Euro um ein neues Sportlerheim erweitert.

11.12.2018  Allgemein

Seit über 25 Jahren ist das Landesleistungszentrum des Württembergischen Tennis-Bundes (WTB) in Stuttgart-Stammheim auch einer von vier weiblichen Bundesstützpunkten und gerade wieder wurde der Status bis ins Jahr 2024 verlängert. Hier trainieren die Besten des Verbandes sowie regelmäßig die nationale weibliche Spitze unter Barbara Rittner (Head of Women´s Tennis DTB). Knapp 20 Jahre davon ist Ulrich Lange Präsident des WTB und hat die Entwicklung im Emerholz nicht nur begleitet, sondern maßgeblich geprägt.

Zuletzt hatte Lange sich der Renovierung der 1993 errichten Anlage gewidmet. Für 1,5 Millionen Euro wurden die beiden Tennishallen energetisch saniert, die wenigen Übernachtungszimmer renoviert, ein neuer Physio-Raum geschaffen und die Trainern Büros eingerichtet. Energiesparende LED-Beleuchtung erhellt seit diesem April den Belag in der Halle, im Übrigen derselbe wie bei den US Open in Flushing Meadows.

Und jetzt folgt der nächste – und vorerst letzte Bauabschnitt. Für knapp zwei Millionen Euro wird ein neues Sportlerhaus gebaut, mit zwölf Doppelzimmern, einer Trainerwohnung sowie Schulungs- und Tagungsräumen. „Die erste Idee war, auf die bestehenden Gebäude aufzustocken“, erklärte Lange beim offiziellen Spatenstich, bei dem er sich sehr über die Anwesenheit von Stammheims Bezirksvorsteherin Susanne Korge freute.

Die Erhöhung der Bestandsgebäude hätte in etwa weitere 350 Quadratmeter gebracht. „Dann kam die Idee auf, direkt neben der großen Halle neu zu bauen. Der Vorteil: Doppelte Nutzfläche und energetisch viel sinnvoller.“ Das Sportlerheim soll bereits im Sommer fertig sein. Möglich macht es eine schon mehrfach praktizierte Modulbauweise. „Wir werden am Ende rund 180 Kubikmeter Holz plus Holzdämmstoffe verarbeitet haben und damit rund 200 Tonnen CO2 binden“, rechnete der Generalunternehmer Rainer Walser von der Franz Walser Holzbau GmbH aus Bad Schussenried vor. Eigentlich hätten die Arbeiten schon längst vollendet sein können.

„Wir haben auf die Baugenehmigung über eineinhalb Jahre warten müssen“, sagte Präsident Lange. Doch jetzt wird seine Abschlussarbeit angegangen, gerade noch rechtzeitig. Im kommenden Jahr wird der 76-Jährige nicht mehr kandidieren. „Aber ich werde die Arbeiten bis zum Schluss begleiten, unabhängig von meiner Amtszeit, das ist klar. Dann ist der WTB für die Zukunft gut aufgestellt.“ Doch die Ideen gehen nicht aus, denn mit der dann realisierten Infrastruktur könnte der Verband in einem nächsten Schritt ein Internat installieren.

Tom Bloch