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Hochklassige Spiele beim TCW Academy Cup

Der Waiblinger Spieler Noah Held überrascht im Doppelfinale der U16:Spielgemeinschaft Held/Mika Petkovic unterliegen beim TE-Turnier in Waiblingen Einzelsieger Mateusz Lange und Jan Kluczynski

25.07.2022
Mika Petkovic beim Aufschlag mit Partner Noah Held vom TC Waiblingen

Die heißen Tage bei der 47. Auflage des Jugendturniers beim Tennis-Club Waiblingen (TCW) fanden ein hochklassiges Ende bei den Finalspielen um den TCW Academy Cup. Und der Siegerliste des Tennis Europe- Turniers stand zumindest ein Eigengewächs  im Finale: Noah Held kam mit seinem Partner Mika Petkovic ins Doppelfinale der U16.

Nach 47 Jahren kann Turnierdirektor Peter Hagedorn fast nichts mehr überraschen. Eines allerdings hat selbst Hagedorn in all  den Jahren noch nicht erlebt: Stromausfall am Mittwoch der Turnierwoche. Zum Glück funktionierten die Leitungen nach einer halben Stunde wieder und Hagedorn konnte seine Aufrufe zu den Matches wieder wie gewohnt über die Anlage senden. Hitzemachtes hatte es in den vergangenen Jahren schon öfter gegeben – doch Supervisor Karoly Izmendi waren die Hände gebunden: Eine Pause vor dem dritten Satz sehen die Regeln bei sehr heißen Temperaturen vor  - doch eine Umstellung etwa auf Match-Tiebreak geht nur, wenn die Spiele weit hinter dem Zeitplan stehen – etwa wegen Dauerregen.

Lob für die Teilnehmer gab es von Peter Hagedorn: „Keiner hat sich beklagt über die Hitze, keiner ist umgefallen oder hat einen Sonnenstich gehabt.“ Die Australier und Italiener, so die Beobachtung des erfahrenen Turnierdirektors, waren nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Dafür waren sehr viele Spieler aus Russland am Start – die unter neutraler Flagge starten mussten. Hagedorn: „Russland war aber die erfolgreichste Nation in diesem Jahr. Sie sind mit zwei Teams mit jeweils vier Spielern gekommen – aber auch etliche Einzelstarter mit privaten Betreuern.“

Die positive Überraschung aus Sicht des TCW war der Finaleinzug von Eigengewächs Noah Held. Im Einzel scheiterte er nach starkem Spiel bereits in Runde eins, im Doppel tat sich dann die Wohngemeinschaft Held/ Petkovic zusammen. Obwohl Mika Petkovic vom TC an der Schirnau in der Nähe vom Hamburg kommt, kennen sich die beiden schon einige Zeit und Petkovic übernachtete während der Turnierwoche im Hause Held.

In Runde eins hatten Held/Petkovic gegen die  Italiener Cristian Lorusso/Edoardo Podesta klar 6:1, 6:3 gewonnen, danach bezwangen sie Tom Geiger (Ludwigsburg) mit dem Waiblinger Luca Singer mit dem gleichen Ergebnis. Im Viertelfinale ging es dann gegen die Schweden Carl Mejer/Daniel Widegren, das Held/Petkovic beim 6:3, 6:4 erfolgreich gestalteten. Im Halbfinale der U16 mussten der Waiblinger Noah Held mit seinem Kumpel Mika gegen die an fünf gesetzten Cantos Siemers/Daniil Ganusevych Gottardo (Deutschland/Italien) ran. Siemers/Ganuseych hatten zwar deutliche körperliche Vorteile, doch Held und Petkovic bewiesen zunächst mehr Spielwitz und zogen der ersten Durchgang mit 6:2 an Land. Im zweiten Satz wechselten sie viel zu oft auf Lobs, die Nähe Grundlinie einschlagen sollten - doch da hatten sich die beiden verschätzt und unterlagen 2:6. Im Match-Tiebreak bauten sie schnell ihre Führung auf 5:0 aus und setzten den Schlusspunkt zum 10:4. Im Finale traf die Hausgemeinschaft dann auf die Polen Mateusz Lange/ Jan Kluczynski, die beide mindestens einen Kopf größer waren . Und weil Held/Petkovic nach den harten Aufschlägen vor allem von Lange ihr Heil wieder in Lobs suchten, bedankten sich die Polen auf ihre Weise mit hammerharten Schmetterschlägen – 6:3, 6:4 stand es nach 75 Minuten für die polnische Paarung.

Auch im Finale der U16 standen sich Mateusz Lange, der seine Aufschläger mit Urgewalt ins Feld zimmert,  und Mika Petkovic gegenüber – die an eins und zwei gesetzten Spieler. Lange gewann das sehenswerte Finale mit dem fünften Matchball 6:2, 2:6, 7:6 (7:5).  Kent Müller vom TEC Waldau schaffte es als ungesetzter Spieler bis ins Halbfinale, nachdem er die gesetzten Spieler Julius Hacker (Schweiz) und Maximilian Ontiveros aus Penzberg aus dem Rennen geworfen hatte. Im Halbfinale war dann aber Schluss gegen Mika Petkovic, der 6:3, 7:5 erfolgreich war.

Bei den Mädchen 14 zeigte die deutsche Vizemeisterin Mariella Tham vom TEC Waldau eine starke Leistung. Bis zum Viertelfinale hatte sie keine Probleme, und als sie dort Emilia  Brune 6:33, 2:6, 6:4 bezwungen hatte, musste sie im Halbfinale dann gegen die an zwei gesetzte Krystina Dulikova ran. Die Tschechin war dann allerdings etwa zu  stark und gewann 6:3, 0:6, 6:3. Im Finale traf Victoria Barros auf Dulikova. Die Brasilianerin hatte ihr Halbfinale gegen die Tschechin Pavla Siglerova 6:4, 6:3 für sich entschieden. Barros dominierte auch das Finale und holte sich nach dem 6:4, 6:3 den Pokal  für die Siegerin ab.

Vor zehn Jahren  gab Karoly Izmendy seinen Einstand beim Tennis-Europe-Turnier – und ist eine feste Instituition. Etwa als es bei den Mädchen ein heißes Match mit einer Italienerin gab und Streit um einen Aufschlag. Izmendi entschied den Punkt als gut und beobachtete das Match denn vom Seitenrand. Prompt gab es einige Bälle später einen Ball für die Italienerin gut, den die Gegnerin im Aus gesehen hatte. Das reichte, um die Gemüter zu beruhigen.

Und das Urteil von Izmendi über Waiblingen fiel wie in den Jahren davor bestens aus: „Sehr gut geführtes Turnier mit kompetentem Personal, ausgezeichneten Plätzen und einem bestens besetzten Turnierbüro mit Chef Peter Hagedorn.“ TCW was willst du mehr?           


alp