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LBS Cup in Waiblingen

Gute Finalspiele nach einer verregneten Turnierwoche – das ist die Bilanz des 42. Internationalen Tennis-Europe-Turniers im Rahmen des LBS Cups beim TC Waiblingen. Ein sehr starkes Team kam von Kanada an die Rems – gleich zwei Juniorinnen aus dem Land mit dem Ahornblatt im Wappen bestritten das Finale der Juniorinnen U14.

31.07.2017 Jugend
Waiblingens OB Hesky gratuliert U16-Sieger Benedikt Kurz (Geroksruhe, rechts) und Liam Gavrielides (Bietigeim)

Die Ansage von Turnierdirektor Peter Hagedorn bei der 42. Auflage des Jugendturniers des Tennis-Clubs Waiblingen (TCW) war knapp und prägnant: „So ein Scheißwetter hatten wir noch nie.“ Was hinter diesem markanten Satz sagt, ist einfach in Zahlen auszudrücken. Am Dienstag des Turniers konnten gerade mal acht Matches zu Ende gespielt werden, am Mittwoch waren es ein knappes Dutzend. In anderen Zahlen: Nach zwei Tagen Turnier hatte Hagedorn einen Rückstand von 190 Matches aufzuholen. O.k. – die Anlage des TCW hat 18 Freiplätze und da gehen an einem Tag locker über hundert Matches über den roten Sand. Doch sind die TCW-Plätze nicht besonders abtrocknungsfreundlich – und bei weitem nicht schnell bespielbar. Also rief Hagedorn nach dem Regen die Coaches der Nationalmannschaften aus Australien, Kanada, Südafrika, Mexiko, Schweiz und Schweden zusammen und bat sie, kräftig mit Hand anzulegen, um die Plätze zu trocknen. Dazu noch das Drei-Mann-Team des TCW – am Ende schafften zwölf Leute mit Schwämmen und Abziehbesen, um die Spielfähigkeit so schnell wie möglich wieder herzustellen.

Dazu wurde der Spielbeginn an den folgenden, etwas trockeneren Tagen auf neun Uhr nach vorne vorverlegt und bis Sonnenuntergang um 21.15 Uhr gespielt. Dem Spielplan kam auch zu Gute, dass einige Doppel zurückzogen, weil sie sonst die persönliche Anmeldung beim nachfolgenden Tennis-Europe-Turnier in Ulm verpasst hätten. An den letzten drei Tagen wurde dann auch noch der LBS-Cup in den Altersklassen von U8 bis U18 ausgetragen. Und dort konnte auf sechs Plätzen die ersten beiden Runden der U12 und U18 beim TC Winnenden ausgetragen werden. „Einen Riesendank an unseren Cheftrainer Thomas Werkmann und Oswald Sohn vom TC Winnenden für die Turnierleitung - das hat uns massiv geholfen“, atmete Peter Hagedorn durch. Nachbarschaftshilfe gab es auch noch von Korb und Neustadt, die Plätze für das Training zur Verfügung stellten.

Ein dickes Lob gab es auch vom ungarischen Referee Karoly Izmendi von Tennis Europe: „Es war wirklich sehr schwer, immer neu zu organisieren. Aber das Team im Turnierbüro hat sehr gut zusammengearbeitet. Und auch der Fahrdienst für die Verbindungen zu den folgenden Turnieren in Ulm, Düren und Mazedonien, mit denen ich viel telefoniert habe, hat gut geklappt. Das hat mir bei meiner Arbeit sehr geholfen.“

Auch sportlich lief es für einige Teilnehmer aus dem Rems-Murr-Kreis gut. Anastasia Sizova, die für den TCW spielt und an zwei gesetzt war, erreichte das Halbfinale der U16 und scheiterte dort erst an der Australierin Amy Stevens. Stevens unterlag  im Finale gegen die an eins gesetzte Bulgarin Marketa Panackova mit 4:6, 4:6. Bis ins Viertelfinale hatte sich mit starken Leistungen hier Linn Böning aus Winnenden gespielt, die auf Platz 1182 der TE-Rangliste steht. Nach Siegen gegen Ksania Rabushka (Weißrussland), Alessia Yosifova (Bulgarien) war Linn Böning dann aber an Sizova gescheitert. Bei den Junioren scheiterte Max Berner (TCW) in Runde zwei am Ungarn Balint Balogh. In Runde drei kam der Winnender Luis Dobelmann mit Erfolgen gegen Alec Braud (Australien) und Andrej Voican (Rumänien), ehe er gegen an zwei gesetzten Maximilian Homberg (Freising) den Kürzeren zog.

Sportlich zog Hagedorn vor allem vor den Juniorinnen aus Kanada und den Mexikanern den Hut: „Die betrachten das vor allem als gute Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften im tschechischen Prostejov im August.“ Erfreulich war, dass im Finale der U16 zwei deutsche Spieler standen. Zum einen Benedikt Kurz von der STG Geroksruhe Stuttgart, der in den Verbandsspielen „schon eine gute Vorstellung abgegeben hatte“ (Hagedorn). Dabei hatte Kurz nur in Runde eins gegen den Schweden Julius Johannsen über die volle Distanz gehen müssen, bis zum Finale gewann er alle anderen Matches relativ deutlich in zwei Sätze, wie sein Halbfinale gegen den an eins gesetzten Dragos Petre Popeanga (Rumänien) mit 6:2, 6:2. Doch sein Gegner war Lars Johann aus Sulzbachtal, der an sieben gesetzt war. Kurz  kämpfte um jeden Ball und hatte das glücklichere Ende für sich beim 6:4, 7:5.

Bei den Junioren U14 spielte sich überraschend Liam Gavrielidis aus Bietigheim mit einer Wildcard ins Finale, nachdem er in der Vorschlussrunde den Mexikaner Eduardo Mustre Torres 6:3, 7:5 niedergehalten hatte. Im Finale stand er dem Qualifikanten Joao Victor Loureiro aus Brasilien gegenüber, der sich beim 6;4, 6;4 als zu stark erwies.

Das Finale U14 bei den Juniorinnen gewann die Kanadierin Melodie Collard gegen ihre Landsfrau Leena Bennetto 6:0, 7:5, die beide mit einer Ausnahmegenehmigung von Turnierdirektor Peter Hagedorn am 42. TCW-Jugendturnier starten durften, da sie als Amerikanerinnen keine Punkte in der Rangliste von Tennis Europe haben. Mia Mack aus Hechingen hatte hier das Halbfinale erreicht, dann aber gegen Bennetto 3:6, 1:6 verloren.

Zur Siegerehrung kam auch der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky. So konnten sich die Finalisten nicht nur über die Preise freuen, die von der TCW-Vorsitzenden Elke Trein übergeben wurden, sondern auch noch über einen Handschlag von Hesky. Ralph Lang

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