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Vorschau Württembergliga: Talente und erfahrene Kräfte

In der Württembergliga der Damen gehen sieben Teams ins Meisterschaftsrennen

Dass der TC Laufen II in diesem Jahr nicht im Spielplan der Württembergliga auftauchen würde, war klar.

08.06.2018 Aktive

Der amtierende Meister hatte mit einem 5:4-Sieg gegen den SSC Karlsruhe den Aufstieg klargemacht und sollte eigentlich im Sommer gemeinsam mit der „Ersten“ in der Regionalliga aufschlagen. Dort wird es allerdings nun gar kein Lauffener Team geben, denn aus finanziellen und personellen Gründen haben die Unterländer beide Teams zurückgezogen. Ihre höchstklassige Mannschaft startet stattdessen in der Verbandsliga. Vom 10. Juni werden nun in der höchsten WTB-Verbandsklasse sieben Vereine versuchen, sich als Nachfolger des TCL II die Krone des Verbandsmeisters aufzusetzen und dann im Sommer 2019 nach erfolgreichen Relegationsspielen tatsächlich auch in der dritthöchsten Liga anzutreten.

Ein klassischer Kandidat für die Rolle des „Thronfolgers“ wäre der amtierende Vizemeister TC Doggenburg. Die Nord-Stuttgarterinnen haben nicht nur ihre bewährte Nummer eins, die Kroatin Matea Mezak, für eine weitere Saison unter Vertrag genommen, sie haben sich zudem mit Eden Sophie Schlagenhauf verstärkt. Die 18-Jährige kommt vom TC Blau-Weiß Vaihingen-Rohr, mit dem sie mehrfache württembergische Juniorenmeisterin war und zudem in der vergangenen Saison drei Spiele in der 2. Bundesliga bestritt. Erste Einsätze gibt es möglicherweise auch schon für die erst 16 Jahre alte Deutsch-Bulgarin Krasimira Huteva, die vom Nachbarn TC Blau-Weiß Zuffenhausen (Verbandsliga) an den Killesberg gewechselt ist.
Die große Überraschung war vor einem Jahr der TC Nagold. Als Abstiegskandidat gehandelt, stürmte der Aufsteiger aus dem Nordschwarzwald allerdings mit 4:2-Siegen bis auf Platz drei und schielt nun in dieser Saison eventuell noch weiter nach oben. Eine der besten Importspielerinnen dürfte der TCN in der US-Amerikanerin Chiara Scholl auf jeden Fall haben. Vergangene Saison lag ihre Bilanz im Einzel bei makellosen sechs Siegen in sechs Begegnungen, diesmal wird die Nummer 233 der Weltrangliste von Neuzugang Madeleine Böpple unterstützt, die eigentlich vom Absteiger STG Geroksruhe aus Stuttgart kommt, zuletzt aber für die Oklahoma Baptist Universität in den USA aktiv war. Zum (eventuell direkten) Duell mit ihrer Schwester Jacqueline, die für den TC Doggenburg aktiv ist, kommt es am 15. Juli. Weh tun dürfte den Nagolderinnen allerdings der Abgang der bundesligaerfahrenen Verena Schmid.  

Punktgleich mit dem TCN landete der VfL Sindelfingen im Sommer 2017 auf Rang vier. Der Ex-Zweitligist hat sich nun die Dienste eines Talents aus Baden gesichert: Von der TSG Bruchsal ist die Baden-Württembergische U16-Meisterin aus dem Jahr 2017, Pauline Ernstberger, an die Rudolf-Harbig-Straße gekommen. Für die Ausländerposition hat der VfL gleich acht mögliche Akteurinnen aus sechs europäischen Ländern gemeldet. Die Interessanteste darunter dürfte Tara Moore sein. Die gebürtige Hongkong-Chinesin mit britischem Pass (Weltrangliste Nummer 350, 2017 auf Position 145) durfte viermal mit einer Wildcard im Hauptfeld des Wimbledon-Turniers starten und spielte bereits zweimal für das Königreich im Fed Cup.

Als Fünfter des Klassements schickte der TV Reutlingen vor einem Jahr die beiden Stuttgarter Teams TEC Waldau II und STG Geroksruhe in die Oberliga. Beim Heimspiel gegen den TC Waiblingen geht der Traditionsclub nun erneut mit einer höchst interessante Mischung aus Talenten und Nachwuchskräften ins Rennen. So wird die amtierende Senioren-Mannschafts-Weltmeisterin Anke Wurst (50) an der Seite der Österreicherin Iris Haider Maurer (29), Ana Maria Linsenbolz (geborene Nedelcu) und talentierten Kräften wie ihrer Tochter Lisa-Marie Wurst (16) und der ehemaligen Metzingerin Sarah Heckel (17) aufschlagen. Neu im Aufgebot ist Tanja Winkler (ehemals TEC Waldau Stuttgart), die vom TC Bad Friedrichshall unter die Achalm gewechselt ist.

Alte Bekannte in der Württembergliga sind die geographischen Reutlinger Nachbarinnen vom TC Tübingen, der erste von drei Aufsteigern. Die Universitätsstädterinnen marschierten ohne Punktverlust zum Meistertitel in der Oberliga, doch weil es in dieser Saison deutlich schwerer werden dürfte, hat die starke Spanierin Ana Giraldi Requene hochkarätige Verstärkung an ihre Seite bekommen: Alexandra Vecic, eine der größten württembergischen Nachwuchshoffnungen. Die 16-Jährige ist vom knapp 50 Kilometer enfernten TC Hechingen auf der Schwäbischen Alb an den Neckar gewechselt, um mit den etablierten Clara Hoffmann und den Fügner-Schwestern Elena und Laura den Klassenverbleib zu sichern.

Während die Tübingerinnen beim Saisonfinale am 22. Juli spielfrei sind und schon vorher ihre Punkte sammeln müssen, muss der Mitaufsteiger TA SSV Ulm 1846 dann auf der Stuttgarter Doggenburg antreten und kann möglicherweise auf der Zielgeraden den Verbleib in der höchsten württembergischen Klasse sicherstellen. Der letztjährige Meister der anderen Oberliga-Gruppe wird erneut vom deutsch-rumänischen Geschwisterpaar Arina und Miruna Vasilescu angeführt. Beide sammelten vor einem Jahr gemeinsam 11:1-Siege im Einzel. Neu im Aufgebot ist Kristina Birst (württembergische U13-Meisterin von 2016), die vom TV Biberach-Hühnerfeld an die Donau gewechselt ist.

Der TC Waiblingen hat als Zweiter hinter dem TC Tübingen den sofortigen Wiederaufstieg in die Württembergliga geschafft. Ein Teil der Mannschaft aus dem Sommer 2016 ist noch mit an Bord, allerdings wird es bei den Damen aus dem Remstal auch einige neue Gesichter geben. So zum Beispiel die ehemalige Göppingerin Amelie Kurpiers oder Maja Issler (17), die von der zweiten Mannschaft des TEC Waldau zum TCW gekommen ist. Neue Nummer eins bei den Waiblinger Frauen ist die US-Amerikanerin Alexandra „Xan“ Riley aus Philadelphia.

Harald Landwehr