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Waldau-Duo holt die S-Titel

Anna Gabric und Maximilian Scholl triumphieren – Baden-Württembergische Meisterschaften der Aktiven bei der TA SV Böblingen mit fünf Einzel- und zwei Doppelkonkurrenzen.

19.06.2017 Aktive

Schon vor den Endspielen in der Sonderklasse bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften der Aktiven war klar, dass die Meisertitel an den TEC Waldau gehen würden. Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen standen sich auf den Plätzen der TA SV Böblingen Akteure des Stuttgarter Traditionsclubs gegenüber. Das Duell der topgesetzten Bundesligaspielerinnen entschied letztlich die an zwei gesetzte Anna Gabric zu ihren Gunsten. Die 19 Jahre alte amtierende Deutsche Hallenmeisterin der Juniorinnen U18 setzte sich gegen Lena Rüffer, Mitglied im Porsche Talent Team Deutschland, mit 7:5, 6:2 durch und wiederholte damit ihren Sieg aus dem Jahr 2015.

Zum ersten Mal schnappte sich Maximilian Scholl den BW-Titel der Aktiven. Im Duell der beiden ungesetzten College-Spieler bezwang der 20-Jährige von der Gardener Webb University seinen Clubkameraden Lukas Finzelberg von der Oklahoma State University mit 6:4, 6:2. Zur Belohnung erhielt er wie Gabric ein Preisgeld in Höhe von 1.400 Euro. Die Felder der S-Klasse waren mit je 4.550 Euro dotiert.

Der Rest des Preisgeldes bei der mit insgesamt 12.600 Euro dotierten Veranstaltung wurde an die Herren A und B, Damen A sowie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Doppelkonkurrenzen verteilt. Als Sieger dieser Wettbewerbe konnten sich Julia Babilon (TC Waiblingen) bei den Damen A, Lokalmatador Tim Stierle (TA SV Böblingen) bei den Herren A, Arijanit Gashi (TC Göppingen) bei den Herren B, David Novotny (TC Lauffen)/Jakob Novotny (TC Winnenden) im Herren-Doppel sowie Ana Maria Nedelcu (TV Reutlingen)/Ellen Linsenbolz (SSC Karlsruhe) im Damen-Doppel. Im kommenden Jahr finden die Baden-Württembergischen Meisterschaften der Aktiven wieder im Verbandsgebiet des Badischen Tennisverbandes statt. Wo die 14. Auflage zur Austragung kommt, steht noch nicht fest.


Bericht der Lokalzeitung

Weiße Tennisnostalgie umrahmt „Clubmeisterschaften“ des TEC Waldau

Lokalmatador Tim Stierle gewinnt A-Konkurrenz bei Baden-Württembergischen Meisterschaften in Böblingen

Eine schönere Kulisse hätte man sich für den Schlussakt der Baden-Württembergischen Meisterschaften auf der Anlage der TA SV Böblingen nicht wünschen können. Ein Großteil der Zuschauer war der Aufforderung der Abteilung gefolgt, auch aus Anlass der anschließenden 70-Jahr-Feier in nostalgischem weißem Tenue zu erscheinen. Zur Freude der Ausrichter gewann dann auch noch Tim Stierle die Herren-A-Konkurrenz.

Für den „Player of the year 2016“ im Wettbewerb der US-amerikanischen Collegemannschaften hat der 22-jährige Böblinger in den vergangenen Tagen einen ähnlichen Lauf geschoben wie am Stuttgarter Killesberg der Franzose Lucas Pouille beim Gewinn des Mercedes-Cups - auch der war schließlich nur durch eine Wildcard ins Feld gerutscht. Für Stierle ist der Titel des baden-württembergischen A-Meisters insofern ein ganz besonderer Erfolg, als er sich zu Beginn seiner Semesterpause und der Rückkehr nach Deutschland noch eine fünfwöchige Tennispause gegönnt und vor den Meisterschaften nur zwei Trainingseinheiten auf Sand eingelegt hatte.

In seinen ersten Runden bewies Stierle zunächst mehrfach Nervenstärke. Gegen den Nagolder Kevin Andrusch (TC Markwasen Reutlingen) und Sven Zimmer (TC Lauffen) zog er sich im Match-Tiebreak aus der Affäre, gelangte dann mit einem knappen 7:5, 7:6 gegen den Routinier Thomas Seegis (TC Baiersbronn) ins Halbfinale. Dort hatte der an der St. Josephs University in Philadelphia Business-Intelligence and Analytics studierende Böblinger dann Patrick Kienzle (TC Freiberg) mit 6:4, 6:1 sicher im Griff. Gegen Mick Deussen (TC Tübingen), ungesetzt mit überzeugenden Zweisatzsiegen ins Finale gestürmt, galt es sodann, ein frühes Break wieder wettzumachen. Und dies gelang Stierle auch. Im zweiten Satz zog er dann sogar auf 4:0 davon, die Sache schien geritzt, doch Deussen steckte nicht auf und machte es nochmal spannend. Letztlich aber war das 6:4, 6:4 für Stierle verdient – und damit auch die Revanche für die beiden deutlichen Niederlagen geglückt, die er als 17-Jähriger bei den Winter- und Sommerbezirksmeisterschaften im damaligen Bezirk 5 gegen den erfahrenen Tübinger kassiert hatte. Deussen selbst war trotz der knappen Niederlage nicht unzufrieden. „Ich hatte jetzt elf Monate überhaupt kein Turnier gespielt, da sind neun Siege in zehn Matches mit dem Gewinn der Bezirksmeisterschaften und hier nun dem zweiten Platz keine schlechte Ausbeute“, so der 33-jährige Württembergligaspieler. Jonas Brezing vom TC Herrenberg hatte seine Titelträume nach einem 6:2, 3:6, 4:10 gegen Kienzle begraben müssen.

Die beiden S-Finals bei den Damen und den Herren gerieten jeweils zu einem direkten Vergleich von Spielern aus dem gleichen Verein, WTB-Verbandssportwart Rolf Schmid sprach bei der Siegerehrung mit einem Augenzwinkern von der Clubmeisterschaft des TEC Waldau Stuttgart, die nun eben in Böblingen entschieden worden sei. Im Duell der topgesetzten Bundesligaspielerinnen, die am Vorabend bei der Cocktailparty ihres Vereins noch Präsenz gezeigt hatten, entschied letztlich die an zwei gesetzte Anna Gabric das Finale zu ihren Gunsten. Die 19 Jahre alte amtierende Deutsche Hallenmeisterin der Juniorinnen U18 setzte sich gegen Lena Rüffer, Mitglied im Porsche Talent Team Deutschland, mit 7:5, 6:2 durch und wiederholte damit ihren Sieg aus dem Jahr 2015. Beste Spielerin aus dem Kreis war Meggie Raidt (TA VfL Sindelfingen). Sie unterlag der späteren Siegerin im Viertelfinale mit 1:6, 4:6.

Bei den Herren standen sich mit Maximilian Scholl (amtierender Bezirksmeister) und Lukas Finzelberg zwei Neuzugänge des TEC Waldau gegenüber, die zuletzt auf der Geroksruhe in der Regionalliga gemeinsam aufgeschlagen hatten. Wie Stierle spielen auch sie in den USA für Collegemannschaften, der ungesetzte Scholl für die Gardener Webb University, Finzelberg für die Oklahoma State University. Scholl hatte sich mit Zweisatzsiegen gegen Sven König (TC Tübingen), Niklas Albuszies (TC Blau-Weiß Leimen) und Kevin Hümpfner (TV Reutlingen) fürs Halbfinale qualifiziert und dort den Favoritenbezwinger Thorsten Bertsch (TK Grün-Weiß Mannheim, 7:6, 1:6, 10:8 gegen Frank Wintermantel vom TC Weinheim) in einem packenden Match mit 6:4, 6:7, 10:7 eliminiert.

Im Finale gegen Finzelberg war Scholl – als einziger aller Finalisten übrigens Motto-gerecht in weiß gekleidet - dann der variationsreicher agierende Spieler. Meist bestimmte er, welches Tempo gespielt wurde, vor allem die Drosselung auf Rückhand-Slice bereitete seinem Gegenüber immer wieder Schwierigkeiten, so dass das 6:4, 6:2 absolut verdient war. Zur Belohnung erhielt der 20-Jährige wie Gabric ein Preisgeld in Höhe von 1.400 Euro. Die Felder der S-Klasse waren mit je 4.550 Euro dotiert, das gesamte Turnier mit 12.600 Euro.

Die TA SV Böblingen erntete als Ausrichter ordentlich Lob. Der Böblinger Sportamtsleiter Josef Fischer brachte die Gleichung „TABB + WTB = T²“ ins Spiel, wobei das Ergebnis verbal ausgedrückt „Tolles Tennis“ meinte. WTB-Verbandssportwart Rolf Schmid lobte die Organisation um Jan Eble und Robert Andermann nicht nur für den reibungslosen Ablauf, sondern auch die Idee, am Finaltag zum „White Day“ einzuladen und damit einen Schulterschluss mit der Tennisvergangenheit geschafft zu haben. „Sie denken die Tradition des Tennissports und des Vereins mit und erinnern daran, dass Erfolge auf Vorbildern, auf Eltern die mitziehen und Trainern, die sich um die Entwicklung von Spielern und Mannschaften kümmern, beruhen – und das verdient allergrößten Respekt“, sagte Schmid.

Dass der frisch gebackene deutsche U16-Meister Nic Wiedenhorn (TA SV Böblingen) im S-Feld nach seinem Auftaktsieg gegen den Top-4-gesetzten Noah Rockstroh (TC Markdorf) wegen einer Mandelentzündung hatte aufgeben müssen, ließ die gute Stimmung während der vier sonnenbeschienenen und warmen Turniertage im Zimmerschlag keinesfalls absinken – nicht zuletzt auch, weil ja Tim Stierle am Ende ein Heimsieg gelang. Beim gemütlichen Get-Together der weiß gekleideten Mitglieder und Freunde im Anschluss an die Siegerehrung jedenfalls biss auch Wiedenhorn schon wieder genussvoll in ein Grillbrötchen. tv

 

 

Ergebnisse
Damen S
HF: Lena Rüffer (TEC Waldau) – Ana Maria Nedelcu (TV Reutlingen); Anna Gabric (TEC Waldau) – Angelika Roesch (TC RW Baden-Baden) 6:0, 6:3;
F: Gabric – Rüffer 7:5, 6:2.

Herren S
HF: Maximilian Scholl (TEC Waldau) – Thorsten Bertsch (TK GW Mannheim) 6:4, 6:7, 10:4; Lukas Finzelberg (TEC Waldau) – Luis Erlenbusch (TC Wolfsberg Pforzheim) 7:5, 6:3;
F: Scholl – Finzelberg 6:4, 6:2.

Damen A
HF: Anke Wurst (TV Reutlingen) – Rebeka Kern (TC Bernhausen) 6:4, 7:6; Julia Babilon (TC Waiblingen) – Jana Leder (TC RW Baden-Baden) 6:4, 6:2;
F: Babilon – Wurst 6:0, 6:2.

Herren A
HF: Mick Deussen (TC Tübingen) – Igor Martic (TC Schorndorf) 6:3, 6:3; Tim Stierle (TA SV Böblingen) – Patrick Kienzle (TC Freiberg) 6:4, 6:1;
F: Stierle – Deussen 6:4, 6:4.

Herren B
F: Arijanit Gashi (TC Göppingen) – Jakob Vojkovic (SSC Karlsruhe) 6:3, 6:1.

Damen (Doppel)
F: Ana Maria Nedelcu (TV Reutlingen)/Ellen Linsenbolz (SSC Karlsruhe) – Julia Babilon/Vivien Klein (TC Waiblingen) 6:2, 3:6, 11:9.

Herren (Doppel)
F: David Novotny (TC Lauffen)/Jakob Novotny (TC Winnenden) – Mark Linsenbolz/Kevin Hümpfner (TV Reutlingen) 6:2, 6:1.