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Wiederholungstäterin Steffi Bachofer und erste Titelverteidigung durch Florian Jakob

Immer wenn Steffi Bachofer beim Waiblinger Hallenturnier im Rahmen des Dunlop-WTB-Circuits antritt, denn gewinnt sie auch. Jetzt beim Lenhart-Cosmetics-Cup gegen Franziska Kommer aus Versmold. Den Titel im DMK-Cup der Herren holte sich Vorjahressieger aus Backnang, Florian Jakob, der im Finale Ivan Gomez Mantilla bezwang.

11.02.2019  Aktive
Bild: Siegerehrung (v.l.): TCW-Vorstände Markus Dietmann und Detlef Held, Steffi Bachofer, Franziska Kommer, Stadt-Vertreter Herrmann Schöllkopf und Turnierleiter Peter Hagedorn. ©Lang

Zwei Spieler aus dem Kreis zeigten beim DMK-Cup eine überaus starke Leistung. Da war zum einen Kim Staiger, der in der deutschen Rangliste auf Platz 341 steht. Der Waiblinger hatte in Runde eins mit seinem Kollegen Fridolin Goetz relativ leichtes Spiel beim 6:4, 6:3. In Runde zwei wurde es richtig eng gegen Marlon Vankan aus Landau, denn beide schlugen extrem gut auf und erzwangen leichte Fehler vom Gegner. So kam es im ersten Satz zum Tiebreak, den Staiger 7:5 für sich entschied. Der zweite Durchgang ging dann mit 6:3 an den Waiblinger. Alexander Gergic von Blau-Weiß Vaihingen hatte in Runde eins den an zwei gesetzten Robin Lang (Reutlingen) ausgeschaltet und musste im Viertelfinale gegen Staiger ran, der nun einen Lauf hatte – 6:4, 6:1 für den Waiblinger, der dann auf Felix Gomez Mantilla (TC Tübingen) traf. Der Kolumbianer war beim TCW-Hallenturnier schon zweimal im Finale gestanden und kann sich vor allem auf seine sehr gute Beinarbeit verlassen – kein Wunder bei einer Größe von knapp 1,70 Metern. Gomez Mantilla hatte in all seinen Matches auf dem Weg ins Halbfinale jedes Mal erst im Match-Tie-Break gewonnen. Und in der Vorschlussrunde ging es genauso weiter. Staiger gewann Durchgang Nummer eins 7:6, Doch dann kam Gomez-Mantilla besser auf. Mit 6:7, 6:1, 10:3 setzte er den Schlusspunkt unter den Lauf von Kim Staiger.

Im seinem dritten Finale in Waiblingen traf Gomez Mantilla auf den Backnanger Florian Jakob. Dieser hatte sich durch Erfolge gegen Michael Walser (Bad Schussenried, 6:1, 6:3) und Jimmy Yang (TV Reutlingen, 6:4, 3:6, 10:7) ins Viertelfinale gespielt, wo es zur Neuauflage des Vorjahresendspiels gegen den Schorndorfer David Novotny kam. Wie vor einem Jahr war es ein harter Kampf, den Jakob mit 3:6, 7:5, 10:5 gewann. Im Halbfinale traf Jakob auf den Münchner Jeremy Schifris, der in der zweiten Runde den an eins gesetzten Moritz Dettinger aus dem Rennen geworfen hatte. Doch für den 17 Jahre alten Schifris war dann die Luft raus gegen Florian Jakob, dem die Halle am Alten Neustädter Weg mit seinem schnellen Boden einfach liegt – der Backnanger gewann deutlich 6:3, 6:1.

Starker Aufschläger gegen flinken Renner auf dem schnellen Waiblinger Hallenboden. Das Finale versprach, ansehnlich zu werden. Doch schnell wurde deutlich, dass die schnellen Beine von Gomez Mantilla nicht gegen die noch schnelleren Schläge von Jakob ausreichten. Der Backnanger Württembergligaspieler agierte aggressiver und spielte vor allem bei eigenem Aufschlag immer wieder mit Erfolg Serve-and-Volley - so schaffte er es, den Rückstand von 3:5 noch auf ein 7:5 im ersten Durchgang zu drehen. Dann riss jedoch der Faden bei Jakob und er gab den zweiten Satz 0:6 ab. Also wieder Match-Tie-Break für den kleinen Kolumbianer – wie in jedem Match zuvor. Schnell führte Gomez Mantilla 3:0, doch dann kam Jakob. Den ersten Satzball beim 9:6 vergab er noch mit einem Doppelfehler – doch der nächste Ball saß und Jakob hatte seinen Titel in Waiblingen verteidigt. Florian Jakob ist damit der erste Spieler in 44 Jahren, dem dieses Kunststück gelang: „Ich weiß auch nicht, warum ich hier so gut spiele. Vielleicht ist es der Boden, die tolle Atmosphäre – ich komme jedenfalls immer sehr gerne hierher.“

Steffi Bachhofer im Finale des Lenhart-Cosmetics-Cups – das heißt es fast immer, wenn die Spielerin aus Bernhausen in Waiblingen antritt. Mit Platz 37 in der deutschen Rangliste war sie auch an Position eins gesetzt und spielte sich durch Siege gegen die Waiblingern Maja Issler (6:1, 6:4), Anja Wildgruber (München, 6:1, 6:3) und der deutschen Jugendmeisterin Kathleen Kanev (Frankfurt) mit 6:1, 6:1 ins Finale. Doch im zweiten Halbfinale wurde deutlich, dass diese einfachen Ergebnisse für Bachhofer nicht unbedingt so weiter gehen würden. Franziska Kommer aus Versmold kannte den TCW bisher nur von den Internationalen Jugendturnieren im Sommer und trat erstmals beim 44. Hallenturnier an. Im Halbfinale traf die Nummer 60 der deutschen Rangliste auf Michele Erkens aus Essen (DTB 66) und die beiden zeigten hochklassiges Tennis mit knallharten Schlägen, wobei Kommer das glücklichere Ende mit 4:6, 6:3, 10:8 für sich hatte.

Erfahrung von Bachhofer gegen Krafttennis von Kommer – war da wohl das bessere Ende für sich hatte? Kommer hatte sich vor dem Endspiel „Positiv“ und „schwingen“ auf die Handgelenke geschrieben und hielt gegen die 34 Jahre alte Bachofer bestens beim Tennisschach mit schnellen Bällen von der Grundline mit. Den ersten Matchball vergab Bachofer noch, beim zweiten lockte sie Kommer nach vorn und überspielte sie dann mit einem Lob auf die Grundline. Und die Westfalin Kommer lobte nach dem 6:3, 6:4 die Württembergerin: „Wer mit so wenig Training so gut Tennis spielt, der kann es einfach sehr gut.“

Ralph Lang