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Württembergischer Heimsieg in Waiblingen

Valentina Steiner vom TEC Waldau und der Pole Tomasz Berketa sind die Sieger beim Tennis Europe (TE)-Turnier U14 TC Waiblingen.

07.09.2020  Jugend
Siegerehrung in Waiblingen (v.l.): Schirmherr Dr. Georg Vintzileos, Dilara Okur, Stadt-Vertreter Herrmann Schöllkopf, Valentina Steiner und Turnierdirektor Peter Hagedorn.

Schon im Frühjahr hatte Valentina Steiner gute Ergebnisse gesammelt – sie gewann das TE-Turnier der Kategorie 3 in Rotterdam im Einzel und Doppel ohne Satzverlust. Die Corona-Pause nutzte sie für intensive Trainingseinheiten beim WTB sowie auch für ein dreitägiges Trainingslager in Kitzbühel mit ihrem Heimtrainer Marcel Stiehl und traf dort auf Vermittlung von Waldau-Geschäftsführer Thomas Bürkle an ihrem Geburtstag auch den deutschen Davis Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber, der ihr auch einige Trainingstipps mit auf den Weg gab.

Das alles setzte sie in Waiblingen beim TCW-Academy Junior International bestens um. Ohne Satzverlust spazierte die fitnessbegeisterte 14-Jährige ins Finale, gewann das Halbfinale gegen die Belgierin Indira Lepage glatt mit 6:3, 6:1. Im Endspiel wartete die Nummer zwei der Niederlande, Dilara Oker, auf die WTB-Kaderspielerin – doch gegen die harten und platzierten Schläge der Württembergerin sah Oker kaum Land – 6:2, 6:2 hieß es am Ende für die Lokalmatadorin aus Remseck. Für Steiner ist der Sieg bei einem TE-Turnier der Kategorie 2 der größte Erfolg in ihrer noch jungen Karriere.

Nicht ganz so einfach war der Weg des Polen Tomasz Barkieta, der nicht zuletzt im Halbfinale gegen den Frankfurter Sergej Topic über die volle Distanz gehen musste und 4:6, 6:2, 6:1 gewann. Nikolai Barsukov hatte in der Vorschlussrunde Max Stenzer (Gladbach) 6:3, 6:4 niedergehalten. Im Finale war Barsukaov dann aber unter den Augen von Bundestrainer Peter Pfannkoch gegen den aufschlagstarken Polen ohne Chance, der glatt 6:3, 6:0 gewann.

Das Doppelfinale gewannen Vaida Matuseviciute/Anastasia Petterson (Schweden) gegen Addison Comiskey (USA)/Isabella Svahn (Schweden) deutlich 6:1, 6:1. Die württembergische Paarung Aaron Funk (Renningen)/Matwej Popov (Bietigheim) unterlag im Halbfinale Max Stenzer (Gladbach)/Deren Yigin (Weißenhorn) mit 5:7, 3:6. Im Finale waren dann Stenzer/Yigin die Glücklicheren gegen Nikolai Barsukov (Machern)/Sergej Topic (Frankfurt) und gewannen 6:4, 3:6, 10:8

Gleich mit dem deutschen NK 1-Kader - Deutscher Nachwuchskader der 15- bis 18-Jährigen - war der zuständige Bundestrainer Peter Pfannkoch mit fast allen 14 und noch einigen jüngeren Jugendlichen des NK 2-Kaders an die Rems gereist. Und war mit dem Abschneiden seiner Schützlinge sehr zufrieden: „Nikolai Barsukov erreichte das Finale und wir hatten noch zwei weitere Spieler im Halbfinale hier in Waiblingen. Auch die ein und zwei Jahre jüngeren Teilnehmer präsentierten sich vielversprechend. Das zeigt, dass wir in diesen Tagen international viel breiter aufgestellt sind.“ Möglich machen dies die verbesserten Zuschüsse vom Deutschen Olympischen Sportbund. Konkret: Mehr Trainer können mehr Spieler betreuen. Pfannkoch: „Vor ein paar Jahren konnten wir uns seitens des Deutschen Tennis Bund intensiv um maximal sechs bis zehn Spieler im Alter von 14 bis 18 Jahren im internationalen Vergleich kümmern, heute betreuen wir in der U14 alleine mehr als 20 Talente. Für den Jugendbereich haben wir heute zahlreiche neue Trainer - darunter den früheren Profi Philipp Petzschner, der seit einem Jahr für den DTB arbeitet. Und mit Thomas Högstedt zum Beispiel konnten wir einen ausländischen Spitzentrainer gewinnen, der international sehr anerkannt ist und mit mir seit diesem Jahr die U14 betreut.“

„Heute kommen die Nachwuchsspieler schon bestens trainiert in unseren Kreis. „Die notwendigen Basics sind bereits gelegt - die Jungs können technisch schon fast alles“, weiß Pfannkoch aus seiner über 30-jährigen Erfahrung als Bundestrainer. Die Gründe dafür: Mit dem Play&Stay-Programm für die ganz Kleinen lernt der Tennisnachwuchs schon früh spielerisch Tennistechnik und Taktik, außerdem funktioniert die Abstimmung innerhalb der Strukturen auf Landes- und Bundesebene sehr gut. Gemeinsam wollen wir das Spiel des Einzelnen entwickeln und nicht zu früh Ranglistenergebnisse in den Vordergrund stellen. „Dafür geben wir den Talenten auch die entsprechende Zeit.“ Das TE-Turnier in Waiblingen war für den 58 Jahre alten Hünen Pfannkoch auch die perfekte Vorbereitung für die Deutschen Meisterschaften in Ludwigshafen.

TCW-Turnierdirektor Peter Hagedorn hat während des Turniers auch mit DTB-Jugendwartin Eva-Maria Schneider telefoniert, die davon berichtete, dass aktuelle TE-Turniere in Osteuropa noch nicht mal eine Qualifikation hatten und fast nur mit einheimischen Spielern besetzt waren. In Waiblingen waren Teilnehmer aus 31 Nationen am Start. Und Hagedorn rechnet auch damit, dass im kommenden Jahr das TE-Turnier auch wieder Ende Juli mit den Altersklassen U14 und U16 ausgetragen wird: „Dieses Jahr kommen wir mit Glück mit einem blauen Auge davon. Aber als ältestes TE-Turnier in Deutschland wollten wir es unbedingt austragen, weil wir uns auch der Tradition verpflichtet fühlen.“ Den Segen dazu bekam er von Supervisor Karoly Izmendy: „Well run Tournament“, schrieb er in seinen Bericht. Höchstes Lob von offizieller Seite also. alp