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Württembergischer Tennis-Bund e.V.
 

60 Jahre Engagement für den TC Besigheim

GESICHTER DES EHRENAMTS: Wolfgang Theiss

Text: Daniel Cecura | | Eine Leidenschaft die verbindet
Eine Koryphäe des Tennissports in Besigheim: Wolfgang Theiss – hier zu Gast beim Interview im LLZ Stuttgart. © WTB

Er hat Kassen geführt, Grünanlagen gepflegt und Generationen von Vereinsmitgliedern begleitet – und steht noch immer selbst auf dem Platz. Wolfgang Theiss lebt Ehrenamt seit 1966. In unserem Format „Gesichter des Ehrenamts“ stellen wir besondere Persönlichkeiten vor, die den Tennissport durch ihr freiwilliges Engagement nachhaltig prägen. Einer von ihnen ist Wolfgang Theiss. Seit 1966 ist er Mitglied im TC Besigheim – in diesem Jahr feiert er sein 60-jähriges Vereinsjubiläum. Über Jahrzehnte hinweg hat er Verantwortung in verschiedenen Bereichen des Vereins übernommen. Neben seinem organisatorischen Wirken war und ist er stets auch aktiver Mannschaftsspieler und steht aktuell im Hobbyteam auf dem Platz. Wolfgang Theiss steht damit beispielhaft für das, was Ehrenamt im Tennis ausmacht: Verlässlichkeit, Tatkraft und die tiefe Verbundenheit mit dem eigenen Verein.

WTB: Erinnerst du dich noch an dein erstes Jahr im TC Besigheim 1966? Was hat dich motiviert, in den 60er-Jahren Tennis zu spielen?

Wolfgang Theiss: Ja, sehr gut sogar. 1966 war für mich ein echtes Schlüsseljahr: Ich habe meine Frau geheiratet – und bin gleichzeitig offiziell in den TC Besigheim eingetreten. Tennis war damals allerdings noch etwas ganz Anderes als heute. In unserer Familie war Tennis einfach selbstverständlich. Man könnte sagen: Es war so etwas wie unser Haussport. In unserem Umfeld gehörte das einfach dazu. Fußball habe ich zwar auch verfolgt, aber Tennis war etwas ganz anderes – vor allem, wenn ich mit meinem Bruder gespielt habe. Wir konnten uns auf dem Platz frei bewegen, ausprobieren, lachen. Es gab keinen großen Leistungsdruck, sondern vor allem Freude am Spiel: schlagen, laufen, den Ballwechsel genießen.

WTB: Wie bist du ins Ehrenamt beim TC Besigheim hineingewachsen?

Wolfgang Theiss: Das hat ganz praktisch begonnen. 1966 bin ich in den Verein eingetreten und habe samstags beim Bau des Clubhauses mitgeholfen. Unter der Woche war ich berufstätig, am Wochenende auf der Baustelle – so wurde ich schnell Teil der Gemeinschaft. Dann kam ein tragischer Einschnitt: Unser Gründungs-Schatzmeister verstarb bei einem Verkehrsunfall. Ich war damals der einzige Bankkaufmann im Verein, also wurde ich gefragt, ob ich die Kasse übernehmen würde. So bin ich Schritt für Schritt in die Verantwortung hineingewachsen.

WTB: Gab es einen Moment, in dem du bewusst entschieden hast, Verantwortung zu übernehmen?

Wolfgang Theiss: Es war weniger eine bewusste Entscheidung als vielmehr eine natürliche Entwicklung. Wenn man gebraucht wird, sagt man nicht einfach nein. Entscheidend war für mich die Atmosphäre im Verein. Wir haben gemeinsam gearbeitet, anschließend zusammengesessen – man war mittendrin. Diese Gemeinschaft war für mich immer der stärkste Antrieb.

WTB: Welche ehrenamtlichen Aufgaben hast du im Laufe der Jahre übernommen?

Wolfgang Theiss: Zunächst war ich fast zehn Jahre Schatzmeister, später auch Kassenprüfer. In den vergangenen Jahren habe ich im „Green Team“ gearbeitet und mich um alles gekümmert, was rund um die Anlage anfällt – Pflege, Organisation, Instandhaltung. Darüber hinaus habe ich immer dort unterstützt, wo Hilfe gebraucht wurde: in der Jugend, bei Veranstaltungen oder bei Bauprojekten. Es war nie alles auf einmal, sondern immer das, was gerade notwendig war.

WTB: Was macht das Ehrenamt im Verein für dich so besonders?

Wolfgang Theiss: Ehrenamt ist Teamarbeit. Du koordinierst, motivierst, packst selbst mit an – und gehst idealerweise mit gutem Beispiel voran. Wichtig ist, dass man Menschen Freiraum gibt und sie unterstützt, wenn sie Verantwortung übernehmen. Ein Verein lebt davon, dass sich Mitglieder einbringen. Ohne diesen Gemeinschaftsgeist funktioniert es nicht. Ich habe oft zuerst im Verein den Rasen gemäht und danach zu Hause – das zeigt vielleicht ganz gut, welchen Stellenwert das Engagement für mich hatte.

WTB: Du bist 86 Jahre alt und spielst noch im Hobbyteam – was bedeutet dir das aktive Spielen heute?

Wolfgang Theiss: Das aktive Spielen erinnert mich jedes Mal an meine Grenzen – und genau das finde ich gut so. Ich habe Probleme beim Anspielen und erkenne Bälle manchmal zu spät. Aber ich spiele nur noch Doppel, stehe rechts oder links und genieße die Gruppe. Es geht mir ums Dabeisein, ums Miteinander. Die Jungen heute schlagen mit Techniken, die es zu meiner Zeit nicht gab – ich schaue staunend zu. Tennis entwickelt sich weiter, und ich bin mittendrin.

Mini-Podcast: Das vollständige Interview als Original-Audiospur

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