Ganztag kommt: Chancen für Tennisvereine
Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen. Für Tennisvereine öffnen sich damit neue Türen: Kooperationen, Trainerbedarf, Förderprogramme – und viel Raum für kreative Ideen im Schulalltag.
Mit dem Start der bundesweiten Ganztagsbetreuung stehen Kommunen und Sportvereine vor neuen Aufgaben. Der WTB unterstützt Tennisvereine dabei, ihre Rolle in Schulen zu stärken – mit Programmen, Fortbildungen und vielen Möglichkeiten zum Mitgestalten.
Was ändert sich im Jahr 2026 schulisch?
Ab dem Schuljahr 2026/2027 gibt es den Rechtsanspruch auf die Ganztagsbetreuung in Grundschulen.
„Es ist zwar noch ein bisschen Zeit bis zur Einführung hin, allerdings lohnt es sich bereits in den nächsten Wochen und Monaten die Augen und Ohren offen zu halten, um Informationen über die „Vor Ort-Situation“ Ganztagsschule zu sammeln und in die Planungen der Vereinsjugendarbeit mit einzubeziehen“,
deutet Christian Efler, Vizepräsident des Württembergischen Tennis-Bund (WTB) und Mitglied des Kompetenzteams Schule & Bildung, auf die sich anbahnenden Veränderungen im Bildungssystem hin. Ab dem Schuljahr 2026/2027 gibt es in Deutschland den Rechtsanspruch auf die Ganztagsbetreuung in Grundschulen. Als erstes werden die Kinder der ersten Schulklassen davon profitieren können, danach wächst das Betreuungssystem mit jedem darauffolgenden Schuljahr bis zur vierten Klassenstufe auf.
„Diese vom Bund vorgegebene Betreuungsgarantie, die eine Kommune an mindestens einer Grundschule organisieren muss, stellt die kommunalen Träger durchaus vor besondere Herausforderungen“, erläutert Efler weiter. „Neben der Infrastruktur und Personal sind es vor allem finanzielle Fragen, die in den Führungsetagen der Kommunen und Schulen zu lösen sind. Und bei den Personalfragen kommen vor allem externe Bildungspartner, so auch die Tennisvereine, ins Spiel.“
Auf diese sich verändernden Rahmenbedingungen sollten sich die Sport- und somit auch die Tennisvereine, frühzeitig einstellen und ausloten, wie eine mögliche Kooperation mit einer Grundschule gestaltet werden kann.
„Eines ist bereits heute sicher: In jeder Kommune wird das Betreuungssystem individuell ausgestaltet, die Partner vor Ort orientieren sich auf die Bedingungen im eigenen Umfeld. Somit gibt es kein allgemeingültiges Patentrezept für die Ausgestaltung, sondern eher individuell entwickelte Lösungen“.
Die württembergischen Tennisvereine haben sehr ausgeprägte Erfahrungen mit Kooperationssystemen, die Schule und Verein betreffen: Das Programm „Kooperation Schule/Verein“, organisiert vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) ist seit vielen Jahren ein sehr gut genutztes Förderprogramm. Pro Schuljahr sind es rund 300 Maßnahmen, die über das Förderprogramm, das Gelder u.a. aus dem Toto-Lotto-Spiel bezieht, von Tennisvereinen im WTB genutzt werden. Auch das Förderprogramm „Schau mal, was ich kann!“, ausgelobt vom Landessportverband Baden-Württemberg, gerät zunehmend in den Fokus engagierter Jugendbeauftragter. „Auf diesen Erfahrungen lässt es sich sicherlich sehr gut aufbauen“, zeigt sich Christian Efler vom Engagement der WTB-Vereine beeindruckt.
Die Personalfragen sind seitens der Tennisvereine nicht immer leicht zu lösen. Insbesondere der zeitliche Rahmen ist für viele ehrenamtlich Interessierte ein eher schwer zu lösendes Problem. „Hier kommen die Trainerinnen und Trainer ins Spiel, die entweder haupt- oder nebenberuflich aktiv sind und zahlreiche Kooperationsmaßnahmen kompetent begleiten“, weist Efler auf die besondere Bedeutung der Trainerschaft in den Tennisvereinen hin.
„Gute und kreative Ideen sind gefragt, das Engagement ist bei den weitaus meisten vorhanden, denn in Aus- und Fortbildungen zeigen sich die Trainerinnen und Trainer für die Thematik „Tennis in der Schule“ sehr begeisterungsfähig“.
Eine weitere unterstützende Maßnahme seitens des WTB kommt durch die Kooperation mit dem WLSB in den nächsten Wochen zustande: Der „Bewegungscoach“ heißt das eigens für die Ganztagsschulfragen entwickelte Ausbildungsprogramm, das interessierte Menschen, die noch keine Trainer-Lizenz besitzen, für das Kooperationsfeld Schule/Verein vorbereiten soll.
„Mit dem WLSB ist vereinbart, dass die Teilnehmenden der „Kindertennis-Assistent:in-Ausbildung“, die in diesen Tagen startet, mit dem ergänzenden Besuch der WLSB-Veranstaltung automatisch auch das Zertifikat „Bewegungscoach“ erhalten“, erläutert WTB-Chef-Ausbilder Markus Knödel das Ausbildungsprogramm.
Zentrale Inhalte der Ausbildung betreffen überfachliche Themen, die vor allem auf die schulischen Herausforderungen abzielen. Unterstützt wird das Programm, an dem zwischenzeitlich zehn führende Fachverbände im WLSB beteiligt sind, vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.
Weitere Informationen zum Bewegungscoach-Programm
Fortbildungen bieten die Verantwortlichen des WTB ebenfalls zur aktuellen Thematik an: Am 07./08.02.2026 findet in den WTB-Räumlichkeiten in Stuttgart-Stammheim eine Fortbildung statt.
Fazit:
„Informationen heißt hier Rahmenbedingungen erfassen und einordnen können, eigene Konzepte auf die Vor-Ort-Bedingungen entwickeln und dabei mit kreativen Lösungen etwas für die Zukunftsfähigkeit des eigenen Tennisvereins leisten“, ermuntert WTB-Vizepräsident Christian Efler alle Verantwortlichen, sich mit den Bildungsfragen im lokalen Umfeld aktiv zu beschäftigen. „Nur das Wissen um die Bedingungen im eignen Umfeld helfen am Ende, sich zielgerichtet und kompetent mit den aktuellen Fragen auseinanderzusetzen“.
Informationen zum Themenfeld „Schule & Bildung” beim WTB
Informationen zur Kooperation „Schule/Verein” beim WLSB
Informationen zum Förderprogramm „Schau mal was ich kann!” des LSV