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Württembergischer Tennis-Bund e.V.
 

Fünf Fragen an Victoria Pohle

Erfolge, Herausforderungen und neue Ziele: Victoria Pohle im WTB-Interview über ihr erstes Jahr als Profi und ihren Weg im internationalen Tennis.

Text: Daniel Cecura | | Einblicke in den WTB-Kader
Victoria Pohle mit ihren beiden Pokalen der DJHM 2025 in Essen. © WTB

Mit dem Jahr 2025 hat für Victoria Pohle ein neues Kapitel begonnen: ihr erstes vollständiges Jahr als Profi. Die Schule pausiert, der Fokus liegt ganz auf dem Tennis – mit beachtlichen Erfolgen. Wiederholte Deutsche U18-Meisterin, Auftritte bei Junioren-Grand-Slams und der Schritt in den Damenbereich – zudem erfolgreiche Bundesliga-Auftritte mit dem TEC Waldau. Im Interview blickt die WTB-Athletin auf ihr erstes Profi-Jahr zurück, spricht über Herausforderungen, Highlights, den Wert eines starken Umfelds und ihre Ziele für das neue Jahr 2026.

WTB: Du hast ein komplettes Profi-Jahr ohne Schule hinter dir. Wie hast du diese Umstellung erlebt – und konntest du die Ziele erreichen, die du dir für 2025 vorgenommen hattest?

Victoria Pohle: Das erste komplette Jahr als Profi war definitiv eine große Umstellung. Am Anfang hat mir der Ausgleich durch die Schule gefehlt, weil sich plötzlich alles nur noch um Tennis gedreht hat. Das war nicht ganz einfach, aber ich habe die Chance bewusst genutzt und mich voll auf meinen Sport konzentriert. Rückblickend bin ich sehr zufrieden mit dem Jahr, denn ich habe mich spielerisch und mental weiterentwickelt.

Ich konnte einige meiner Ziele erreichen: Ich habe Junioren-Grand-Slams gespielt, mich in Wimbledon sogar aus der Qualifikation ins Hauptfeld gekämpft, war auch bei den Australian Open dabei und konnte für den TEC Waldau Bundesliga-Siege feiern – das waren absolute Highlights. Zum Abschluss meiner Jugendkarriere noch einmal Deutsche U18-Meisterin zu werden, war ebenfalls etwas sehr Besonderes. Ein wichtiger Moment war außerdem mein erster Profititel im Doppel in Solarino, den ich gemeinsam mit meiner besten Freundin Julia Stusek gewinnen konnte. Insgesamt war es ein intensives, aber sehr wertvolles Jahr.

WTB: Wenn du vorausblickst: Welche sportlichen Ziele hast du dir für das Jahr 2026 gesetzt – und worauf möchtest du deinen Fokus besonders legen?

Victoria Pohle: Mein großes Ziel für 2026 ist es, mich weiter in der Damen-Weltrangliste nach oben zu arbeiten und ein konstantes Jahr zu spielen. Der wichtigste Fokus liegt aber ganz klar auf dem Training. Ich möchte mich in allen Bereichen weiter verbessern und täglich hart an mir arbeiten. Wenn die Trainingsarbeit stimmt, kommen die Ergebnisse meist von selbst. Deshalb gehe ich Schritt für Schritt vor, ohne mir zu viel Druck zu machen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass 2026 ein gutes Jahr wird, und freue mich sehr auf die kommenden Aufgaben.

WTB: Was bedeutet es dir, in die Fußstapfen von Angelique Kerber zu treten und als erst zweite Spielerin überhaupt den DJHM-Titel zweimal hintereinander zu gewinnen?

Victoria Pohle: Das ist etwas ganz Besonderes für mich. Ehrlich gesagt war mir das während des Turniers gar nicht bewusst – erst nach dem Finale wurde mir gesagt, dass das vor mir nur Angelique Kerber geschafft hat. Das musste ich erstmal sacken lassen. Der Druck war in diesem Turnier sehr hoch, vor allem die Erwartung an mich selbst, den Titel noch einmal zu gewinnen. Unter solchen Bedingungen spielt es sich nicht leicht. Umso stolzer bin ich, dass ich dem Druck standgehalten und meine Leistung abrufen konnte.

In einer Reihe mit einer Spielerin wie Angelique Kerber genannt zu werden, die die Nummer eins der Welt war, bedeutet mir sehr viel. Darauf kann ich wirklich stolz sein – genauso wie auf mein gesamtes Team und meine Familie. Ohne diese Unterstützung wäre das alles nicht möglich gewesen.

WTB: Welche Person oder welches Umfeld war 2025 für dich besonders wichtig – vielleicht sogar entscheidend für deinen persönlichen und sportlichen Fortschritt?

Victoria Pohle: Es waren definitiv mehrere Menschen, die mich über das gesamte Jahr hinweg getragen haben. 2025 war für mich vor allem das Umfeld im WTB von großer Bedeutung. Die kontinuierliche Unterstützung durch die Verbandstrainer hat mir enorm geholfen – sowohl in sportlich erfolgreichen Phasen als auch in schwierigeren Momenten. Neben der tennisspezifischen Betreuung waren auch der konditionelle Bereich und die physiotherapeutische Unterstützung extrem wichtig. Gerade im ersten Profijahr ist es entscheidend, körperlich stabil zu bleiben und präventiv zu arbeiten. Diese ganzheitliche Betreuung hat mir Sicherheit gegeben und wesentlich dazu beigetragen, dass ich mich sportlich und persönlich weiterentwickeln konnte.

Natürlich spielt auch meine Familie eine riesige Rolle. Meine Eltern, die immer mit fiebern, mich aufbauen und für mich da sind, genauso wie meine Großeltern. Dafür bin ich allen sehr dankbar.

WTB: Rückschläge gehören im Tennis dazu. Wie schaffst du es, dich nach engen Matches oder schwierigen Phasen immer wieder neu zu motivieren und deine Tages- bzw. Turnierroutine beizubehalten?

Victoria Pohle: Niederlagen gehören im Tennis dazu – gerade enge Matches, die man eigentlich schon fast gewonnen hat, tun besonders weh. Aber genau dafür hat man ein gutes Team. Gemeinsam analysieren wir die Matches und versuchen, auch aus Niederlagen Positives mitzunehmen. Ich verliere dabei selten den Spaß am Tennis. Im Gegenteil: Meist motiviert mich das, noch härter zu trainieren und an mir zu arbeiten. Man kann nicht jede Woche gewinnen, das ist unrealistisch. Entscheidend ist, wie man mit Rückschlägen umgeht. Mein Umfeld gibt mir viel Rückhalt und glaubt immer an mich – das hilft enorm, um dranzubleiben und neue Chancen zu nutzen.

Bonusfrage: Wenn du einmal nicht auf dem Platz stehst oder trainierst – wie sieht ein perfekter freier Tag im Leben einer Victoria Pohle aus?

Victoria Pohle: Ein perfekter freier Tag bedeutet für mich vor allem Zeit mit meiner Familie. Als Profi bin ich sehr viel unterwegs und deshalb selten zu Hause. Umso mehr genieße ich es, einfach zusammen zu sein, Ausflüge zu machen, zu reden oder einen Spielenachmittag einzulegen. Auch Freunde zu treffen oder im Winter mit der Familie Skifahren zu gehen, gehört für mich dazu. Einfach mal abschalten, nicht an Tennis denken und den Kopf frei bekommen – das ist für mich der perfekte Ausgleich.

Du willst noch mehr über Vicky erfahren? WTB Praktikantin Anna nimmt uns mit on tour: Im Herbst hat sie auf freiwilliger Basis WTB-Spielerin Victoria Pohle zum W15 Turnier nach Täby begleitet.

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