Pickleball: was steckt dahinter und warum es gerade so stark wächst
Was vor einigen Jahren vor allem nur aus den USA bekannt war, wird auch in Deutschland immer beliebter: Pickleball ist leicht zugänglich, schnell zu erlernen und verbindet Bewegung mit Geselligkeit.
Pickleball ist eine Rückschlagsportart, die Elemente aus Tennis, Badminton und Tischtennis miteinander verbindet. Gespielt wird mit kürzeren Schlägern und einem gelochten Kunststoffball, das Spielfeld ist so groß wie ein Badminton-Doppelfeld. Besonders häufig wird im Doppel gespielt.
Interessierte und Einsteiger:innen finden hier die ersten Informationen zur Sportart, vom Equipment über die Regeln
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Pickleball gilt als sehr einsteigerfreundlicher Sport mit leichtem Zugang und einer steilen Lernkurve. Wer zum ersten Mal Pickleball spielt, kann meist schon nach kurzer Zeit längere Ballwechsel spielen und kommt sehr schnell ins Spiel. Genau diese niedrige Einstiegshürde ist einer der Gründe für die wachsende Beliebtheit.
Gleichzeitig sollte man Pickleball nicht unterschätzen. Kurze Reaktionszeiten, schnelle Richtungswechsel, taktisches Denken und ein gutes Ballgefühl machen die Sportart auch für ambitionierte Spieler:innen interessant.
In den vergangenen Jahren hat Pickleball vor allem in den USA einen Boom erlebt. Inzwischen wächst das internationale Interesse in Europa und auch in Deutschland. Dazu trägt unter anderem bei, dass man unkompliziert gemeinsam spielen kann. Man kommt schnell ins Spiel und mit anderen Spieler:innen in Kontakt – unabhängig davon, ob man bereits Erfahrung in Rückschlagsportarten hat. Hinzu kommt, dass Pickleball von unterschiedlichen Altersgruppen und auf unterschiedlichen Leistungsniveaus gespielt werden kann. Wer einfach zum Spaß spielen möchte, findet ebenso seinen Platz wie diejenigen, die den sportlichen Wettkampf suchen.
Einfach zu spielen – und trotzdem taktisch spannend
Dass Pickleball leicht zugänglich ist, bedeutet nicht, dass es an taktischer Tiefe fehlt. Im Gegenteil: Mit zunehmender Erfahrung verändert sich das Spiel.
Während Einsteiger:innen zunächst vor allem versuchen, den Ball im Spiel zu halten oder viele direkte Punkte erzielen möchten, spielen auf höherem Niveau Platzierung, Positionierung und Geduld eine immer größere Rolle. Es geht darum, im richtigen Moment den richtigen Ball zu spielen, Räume zu öffnen und die Gegner:innen zu schwierigen Entscheidungen zu zwingen. Oftmals wird es auch mit einem „Schachspiel“ verglichen. Nicht, weil der Sport kompliziert ist, sondern weil die Taktik einen immer größeren Einfluss hat.
Genau diese Mischung macht Pickleball so vielseitig: Der Einstieg ist einfach und gleichzeitig bieten sich viele Möglichkeiten, sich spielerisch weiterzuentwickeln und neue Aspekte des Sports zu entdecken.
Pickleball als aktiver Sport
Pickleball verbindet Bewegung mit koordinativen und kognitiven Anforderungen. Beim Spielen werden unter anderem Reaktionsfähigkeit, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer gefordert. Gleichzeitig lässt sich die Intensität des Spiels an das eigene Leistungsniveau anpassen.
Wie aktiv Pickleball sein kann, zeigt eine Analyse im Rahmen der Apple Heart and Movement Study. Für eine 2023 veröffentlichte Analyse wurden mehr als 250.000 aufgezeichnete Pickleball- und Tennistrainings ausgewertet. Dabei lag die durchschnittliche Spitzenherzfrequenz beim Pickleball bei 143 Schlägen pro Minute und damit etwas unter der von Tennis mit 152 Schlägen pro Minute. Beide Sportarten erreichten im Durchschnitt eine Spitzenherzfrequenz von etwa 70 Prozent der geschätzten maximalen Herzfrequenz. Somit ist Pickleball weit mehr als ein gemütliches Freizeitspiel: eine Partie kann durchaus intensiv sein.
Pickleball im Tennisverein: eine gute Kombination/Chance
Auch für Tennisvereine ist Pickleball eine ideale Möglichkeit, das eigene Sportangebot zu erweitern. Pickleball lässt sich im ersten Schritt relativ einfach auf einer asphaltierten Fläche, beispielsweise vor einer Ballwand oder einer anderen ebenen und asphaltierten Fläche integrieren. Oder falls Sandplätze zukünftig zu Hartplätzen umgebaut werden: durch zusätzlich eingezeichnete Pickleball-Linien kann der Tennisplatz multifunktionell genutzt werden – auf einem Tennisplatz können bis zu vier Pickleball-Felder entstehen.
Gleichzeitig können Tennisvereine mit Pickleball Menschen ansprechen, die bisher vielleicht keinen Zugang zum Tennis oder zum Vereinssport gefunden haben. Dadurch können Tennisvereine neue Zielgruppen ansprechen und zusätzliche Angebote schaffen: Schnupperangebote, offene Spieltreffs, Kurse oder Pickleball-Events können neue Impulse schaffen und das Vereinsleben bereichern.
Auch für Tennistrainer:innen bietet sich eine neue Perspektive, neben Tennis-Training kann auch ein Pickleball-Training angeboten werden. Ebenso können sich Schulkooperationen anbieten: Pickleball kann auf dem vorhandenen Badmintonfeld in der Sporthalle gespielt werden.
Wichtig ist: Pickleball soll dabei nicht mit dem Tennis konkurrieren, vielmehr können beide Sportarten nebeneinander existieren und voneinander profitieren. Pickleball ist eine zusätzliche Möglichkeit, Menschen für Bewegung und Racket-Sport zu begeistern.
Pickleball in der Gallerie
Vom Freizeitspiel bis zum Turnier
Wer nach den ersten lockeren Spielen mehr möchte, findet auch im Pickleball zunehmend Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und im Wettkampf gegen andere Spieler:innen anzutreten. Turniere und Wettbewerbe richten sich an unterschiedliche Spielstärken und Altersklassen. Dies lässt sich gut mit dem Tennis vergleichen, wo es beispielsweise bei Turnieren LK-Spannen und verschiedene Konkurrenzen gibt. Somit können Einsteiger:innen erste Wettkampflust schnuppern, während Fortgeschrittene und ambitioniertere Spieler:innen auf höherem Niveau antreten. Eine wichtige Rolle spielt dabei DUPR (Dynamic Universal Pickleball Rating). DUPR ist vergleichbar mit dem LK-System im Tennis. Das objektive Bewertungssystem soll Spielstärken der Spieler:innen vergleichbar machen und dabei helfen Spieler:innen auf demselben Niveau zusammenzubringen.
Die Professionalisierung des Sports zeigt sich zunehmend auch in Europa. Internationale Turnierserien und Profi-Turniere kommen nach Europa und tragen dazu bei, dass Europa zu einem festen Bestandteil der weltweiten Pickleball-Landschaft wird.
Jede:r kann Pickleball spielen
Pickleball eignet sich für Menschen unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen Spielstärken und sportlichen Vorerfahrungen. Ob Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder ältere Spieler:innen – alle können gemeinsam spielen. Auch unterschiedliche Leistungsniveaus können miteinander spielen: Ein:e erfahrene:r Tennisspieler:in kann genauso mit einem Pickleball-Neuling spielen wie zwei Spieler:innen mit ähnlicher Erfahrung.
Das zeigt sich besonders bei Open-Play-Formaten. Hier wechseln die Spieler:innen regelmäßig ihre Mitspieler:innen und Gegner:innen, sodass immer wieder neue Spielpaarungen entstehen. Dadurch lernen sich die Spieler:innen untereinander kennen und Pickleball wird zu einer besonders sozialen Sportart.
Man kann viel über Pickleball lesen, um wirklich zu verstehen, warum Pickleball so viele Menschen begeistert, muss man sie selbst ausprobieren. Für den Einstieg braucht es zunächst nicht viel: ein Spielfeld, Schläger, Bälle und mindestsens eine:n Mitspieler:in. Keine Vorerfahrung, kein jahreslanges Training und keine perfekte Technik – einfach loslegen.
Überzeuge dich selbst
Best Practice: Pickleball beim TC Markwasen