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Württembergischer Tennis-Bund e.V.
 

Wenn Ehrenamt zur Herzensangelegenheit wird

GESICHTER DES EHRENAMTS: Kornelia Dürr

Text: Daniel Cecura | | Eine Leidenschaft die verbindet
Die Nachwuchsarbeit liegt Kornelia Dürr besonders am Herzen. © Kornelia Dürr

In unserem Format „Gesichter des Ehrenamts“ stellen wir besondere Persönlichkeiten vor, die den Tennissport durch ihr freiwilliges Engagement nachhaltig prägen. Eine von ihnen ist Kornelia Dürr. Seit vielen Jahren engagiert sie sich mit großer Leidenschaft für den TC Talheim 1987 und insbesondere für die Nachwuchsarbeit. Für ihren langjährigen Einsatz wurde sie von der Württembergischen Sportjugend als „VORBILD des Jahres 2025“ ausgezeichnet – eine Ehrung, die ihr Engagement und ihren besonderen Einsatz für Kinder und Jugendliche würdigt. Seit 2005 würdigt die Württembergische Sportjugend jährlich Menschen, die sich in besonderer Weise für den Kinder- und Jugendsport in Baden-Württemberg einsetzen.

Von der Organisation großer Turniereinsätze über Sommercamps und Zeltlager bis hin zur täglichen Betreuung der jungen Tennisspielerinnen und Tennisspieler: Kornelia Dürr hat über viele Jahre dazu beigetragen, dass Tennis beim TC Talheim nicht nur auf dem Platz, sondern auch als Gemeinschaft gelebt wird.

Wir haben mit Kornelia Dürr über ihren Weg im Tennis, besondere Erlebnisse mit den Kindern und Jugendlichen, die Bedeutung des Ehrenamts und die Auszeichnung zum „VORBILD des Jahres 2025“ gesprochen. Außerdem verrät sie, was sie nach all den Jahren noch immer antreibt – und warum es sich lohnt, auch dann dranzubleiben, wenn einmal nicht alles auf Anhieb funktioniert.

WTB: Kornelia Dürr, herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung „VORBILD des Jahres 2025“. Was bedeutet Ihnen diese Ehrung persönlich?

Kornelia Dürr: Vielen Dank! Anfangs konnte ich tatsächlich gar nicht glauben, dass ich für eine so besondere Ehrung ausgewählt worden bin. Umso größer war die Freude, als ich verstanden habe, dass meine langjährige Arbeit im Verein auf diese Weise gewürdigt wird. Ich empfinde die Auszeichnung vor allem als eine besondere Wertschätzung für mein Engagement. Das tut gut und zeigt, dass die vielen Stunden und die Arbeit, die man oft ganz selbstverständlich für den Verein leistet, gesehen und geschätzt werden.

WTB: Wenn Sie auf diesen besonderen Moment bei der Preisverleihung zurückblicken: Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Kornelia Dürr: Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir natürlich die Preisüberreichung durch die Schirmherrin Frau Schopper. Das war ein sehr besonderer Moment für mich und eine schöne Anerkennung für mein Engagement. Aber auch der gesamte Abend wird mir in Erinnerung bleiben. Besonders schön war es, diese Ehrung gemeinsam mit meinen Vereinskollegen erleben zu dürfen. Den Abend bei einem leckeren gemeinsamen Essen ausklingen zu lassen, war für mich ein sehr schöner Abschluss eines rundum gelungenen Ehrungsabends.

WTB: Eine solche Auszeichnung bekommt man nicht über Nacht. Wie hat Ihre Reise im Tennis begonnen? Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für den Sport entdeckt?

Kornelia Dürr: Meine Tennisreise hat ganz unspektakulär mit 20 Jahren auf der Tartanbahn bei der örtlichen Turn- und Festhalle begonnen. Dort fanden meine ersten Trainingseinheiten statt. Ich habe damals einfach einmal ausprobiert, was Tennis eigentlich für mich sein könnte. Nach den ersten Einheiten hat mich das Tennisfieber dann aber schnell gepackt und nicht mehr losgelassen. Aus dem Ausprobieren wurde eine echte Leidenschaft, die mich bis heute begleitet.

 

 

WTB: Sie engagieren sich seit vielen Jahren beim TC Talheim 1987 – wie kam es dazu, dass Sie Verantwortung im Verein übernommen haben?

Kornelia Dürr: Der Anstoß kam damals von meinem Ehemann, der bereits als Veranstaltungswart im Verein aktiv war. Das Amt der Jugendwartin musste neu besetzt werden und er hat mich gefragt, ob ich mir diese Aufgabe vorstellen könnte. Ich habe mich schließlich bereit erklärt, weil mir wichtig war, dass die Jugendarbeit im Verein weitergeführt werden konnte und nicht ins Stocken gerät. Gleichzeitig passte der Zeitpunkt auch persönlich sehr gut: Meine beiden Söhne waren damals in einem Alter, in dem sie angefangen haben, ihre ersten Bälle zu schlagen. Dadurch konnte ich mein eigenes Engagement wunderbar mit der Tennisbegeisterung meiner Kinder verbinden. So bin ich immer tiefer in die Vereinsarbeit hineingewachsen.

WTB: Sie waren unter anderem als Jugendwartin und Jugendbetreuerin aktiv. Was waren Ihre wichtigsten Aufgaben und Projekte im Laufe der Jahre?

Kornelia Dürr: Da gab es über die Jahre natürlich viele unterschiedliche Aufgaben und schöne Projekte. Ein ganz besonderes Highlight war sicherlich die Organisation der Ballkinder und Linienrichter für das damalige ATP-Challenger-Turnier „Black Forest Open“ in Freudenstadt. Von 1999 bis 2009 waren dabei insgesamt knapp 40 Jugendliche aus unserem Verein im Einsatz. Das war für die Kinder und Jugendlichen eine ganz besondere Erfahrung, weil sie einmal ganz nah am professionellen Tennis dabei sein konnten.

Sehr gerne erinnere ich mich auch an unser jährliches Sommercamp mit Zeltlager und verschiedenen Ausflügen während der Sommerferien. Das waren immer intensive, aber auch sehr schöne Tage, die den Kindern viel Spaß gemacht haben und die Gemeinschaft im Verein gestärkt haben. Natürlich gehörten daneben auch die ganz normalen Aufgaben des Vereinsalltags dazu: die Betreuung der Mannschaften während der Verbandsrunde, die Trainingseinteilung und vieles mehr.

WTB: Wenn Sie auf Ihre Zeit im Ehrenamt zurückblicken: Gibt es einen Moment oder eine Geschichte mit Kindern und Jugendlichen, die Sie besonders berührt hat?

Kornelia Dürr: Besonders in Erinnerung geblieben ist mir immer das Strahlen in den Augen der Kinder nach ihrem Einsatz bei den Black Forest Open. Sie waren voller Begeisterung und hatten durch diese Erfahrung noch einmal eine ganz andere Lust auf Tennis bekommen. Es kam nicht selten vor, dass sie nach ihrem Einsatz direkt wieder selbst zum Schläger gegriffen haben und bis zur Dunkelheit auf dem Platz standen. Genau solche Momente sind es, die mir gezeigt haben, wie viel man mit solchen Erlebnissen bei Kindern auslösen kann.

WTB: Was macht für Sie eine gute Jugendarbeit in einem Tennisverein aus?

Kornelia Dürr: Für mich geht es bei guter Jugendarbeit nicht nur darum, Kindern Tennis beizubringen. Viel wichtiger ist, ihnen die Leidenschaft für den Sport und die Freude an der Bewegung weiterzugeben. Dafür muss man sich Zeit nehmen und für die Kinder da sein. Ebenso wichtig ist eine gute Kommunikation – mit den Kindern, aber natürlich auch mit den Eltern und innerhalb des Vereins. Kinder sollen merken, dass sie willkommen sind, dass man ihnen zuhört und dass sie mit ihren Fragen und Anliegen ernst genommen werden. 

WTB: Viele Vereine leben davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen. Warum ist das Ehrenamt aus Ihrer Sicht so wichtig für den Tennissport?

Kornelia Dürr: Ohne Ehrenamt findet für mich keine richtige Gemeinschaft im Verein statt. Ein Verein lebt schließlich nicht allein von den sportlichen Angeboten, sondern vor allem von den Menschen, die sich einbringen und füreinander da sind. Gerade bei Kindern und Jugendlichen braucht es Ansprechpartner, die erklären, vermitteln und bei Fragen oder Problemen helfen. Für Eltern ist es wichtig zu wissen, an wen sie sich wenden können. Und für die Kinder ist es schön, Menschen im Verein zu haben, die sie kennen, sich für sie interessieren und sie auf ihrem Weg begleiten.

WTB: Was hat Ihnen das Ehrenamt persönlich zurückgegeben? Was sind die Momente, für die sich der Einsatz lohnt?

Kornelia Dürr: Am meisten Freude macht es mir zu sehen, wie sich die Kinder im Tennis entwickeln und wie aus ersten Berührungen mit dem Sport echte Tennisleidenschaft entsteht. Wenn man über die Jahre beobachten kann, wie sich ein Kind sportlich und auch persönlich weiterentwickelt, ist das etwas ganz Besonderes. Die Kinder geben einem dabei unglaublich viel zurück – vor allem Freude und Wertschätzung. Der Einsatz lohnt sich für mich immer dann, wenn die Kinder mit einem Strahlen in den Augen auf die Tennisanlage kommen. Wenn der Jugendbereich voller Leben ist und die Kinder gerne auf der Anlage sind, dann weiß man, warum man diese Arbeit macht.

WTB: Wenn Sie heute jungen Ehrenamtlichen einen Rat mit auf den Weg geben könnten – welcher wäre das?

Kornelia Dürr: Mein wichtigster Rat wäre: Nicht sofort resignieren, wenn etwas einmal nicht so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat. Man sollte sich davon nicht entmutigen lassen. Denn gerade die schönen Momente, die man im Ehrenamt erlebt, zeigen einem am Ende, dass sich der Einsatz lohnt.

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