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Württembergischer Tennis-Bund e.V.
 

Strukturreform trägt Früchte: Stabilität, Wachstum und neue Projekte

Trotz anhaltender Belastungen durch das laufende Finanzverfahren blickt der WTB auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Bei der Delegiertenversammlung in Stuttgart beschlossen die Delegierten wichtige Strukturreformen sowie mit großer Mehrheit den verbandsübergreifenden Spielbetrieb mit dem Badischen Tennisverband ab 2027. Gleichzeitig unterstrichen positive Mitgliederzahlen, sportliches Wachstum und neue Projekte die starke Entwicklung des Verbands.

Die Delegiertenversammlung des WTB hat am vergangenen Montag historische Entscheidungen getroffen.
WLSB-Präsident Felchle fand klare Worte zur anhaltenden Auseinandersetzung mit der Finanzverwaltung Stuttgart. Seit über fünf Jahren sorgt das Verfahren für Unsicherheit.
WTB-Vorstand Klaus Berner: „Wir wollen den Verband strukturell und sportlich zukunftsfähig aufstellen. Ziel ist es, den Spielbetrieb attraktiver und effizienter zu gestalten."
WTB-Präsident Hofherr: „Wir wissen, dass die umfassende Modernisierung unseres Verbandes ein Marathon und kein Sprint ist. Es liegt noch ein weiter Weg vor uns, doch die ersten Erfolge der operativen Neuausrichtung unter dem Vorstand Klaus Berner sind bereits deutlich sichtbar."
WTB-Vizepräsident Martin Renz: „Das Jahr 2025 war finanziell herausfordernd, insbesondere durch strukturell notwendige Investitionen und weiteren erheblichen Beratungskosten aufgrund der laufenden Betriebsprüfung. Trotz Defizit ist die Liquidität des Verbandes aber stabil und nur geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres."
Klaus Berner ging während der Delegiertenversammlung durch die Reihen und beantwortete alle Fragen aus dem Plenum.
Bei der Delegiertenversammlung des WTB 2026 waren insgesamt 45 stimmberechtigte Delegierte anwesend.
Compliance Officer und Rechtsbeauftragter des WTB Dr. Hans-Georg Kauffeld: „Im gesamten Berichtszeitraum gab es keinen einzigen relevanten Compliance-Vorfall.“
Auch die Mitarbeitenden des WTB nahmen an der Versammlung teil.
Die Delegiertenversammlung des WTB 2026.
Vor und nach der Versammlung gab es einen regen Austausch.
v.l.: Präsident Stefan Hofherr, Vorstand Klaus Berner und die Vizepräsidenten Martin Renz, Dr. Christoph Winkler, Christian Efler und Gernot Maier.

Zu Beginn begrüßte Vorstand Klaus Berner die Vertreter aus den sechs Bezirken sowie Gäste aus Sportpolitik und Verband, darunter Andreas Felchle, Präsident des Württembergischen Landessportbunds. 

WLSB-Präsident Felchle übt deutliche Kritik am Finanzverfahren

In seinem Grußwort würdigte Andreas Felchle die herausragende Stellung des Verbands innerhalb der Sportlandschaft. Mit rund 180.000 Mitgliedern sei der Verband nicht nur einer der größten, sondern auch sportlich und strukturell äußerst erfolgreich aufgestellt.

Klare Worte fand Felchle auch zur anhaltenden Auseinandersetzung mit der Finanzverwaltung Stuttgart. Seit über fünf Jahren sorgt das Verfahren weiterhin für Unsicherheit. Felchle übte deutliche Kritik an der Dauer und dem Umgang mit dem Verfahren: Für den organisierten Sport sei eine solche Hängepartie nicht hinnehmbar. Insbesondere die fehlende Planungssicherheit stelle eine enorme Belastung für den Verband und seine ehrenamtlichen Strukturen dar. Bereits früh habe er sich dafür eingesetzt, dass ein gravierender Schaden für den Sport verhindert werde. Entsprechende Signale aus der Landespolitik hätten gezeigt, dass die Brisanz des Themas erkannt worden sei. Dennoch stehe eine endgültige Klärung bis heute aus.

Neben der Kritik am laufenden Verfahren verwies Felchle auch auf positive Entwicklungen im Sport. Mit dem neuen Solidarpakt Sport sei die Finanzierung langfristig gesichert. Besonders hervorzuheben sei die geplante Verbesserung im Sportstättenbau: Ab 2027 sollen erstmals 30 Prozent der förderfähigen Kosten durch das Land übernommen werden. Dies könne jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die aktuelle Situation rund um das Steuerverfahren den Verband massiv belaste.

Mit Blick in die Zukunft stellte er die Chancen der ab 2026 geltenden Ganztagsbetreuung in den Mittelpunkt. Diese eröffne dem organisierten Sport erstmals die Möglichkeit, flächendeckend in Schulen präsent zu sein und auch Kinder zu erreichen, die bisher keinen Zugang zu Vereinsstrukturen hatten. „Wir müssen diese Entwicklung als Chance begreifen“, so Felchle.

Gleichzeitig machte er deutlich, dass dies nicht allein durch ehrenamtliches Engagement zu leisten sei. Vielmehr brauche es zusätzliche qualifizierte Kräfte und gezielte Aus- und Fortbildungsangebote.

Abschließend zeigte sich Felchle erfreut über die positive Mitgliederentwicklung im Tennissport, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich, und dankte den Engagierten in den Vereinen für ihren Einsatz.

Geschäftsjahr 2025: Stabilität trotz Belastungen

Im Geschäftsbericht stellte WTB-Vorstand Klaus Berner heraus, dass das Jahr 2025 weiterhin von der laufenden Betriebsprüfung geprägt war. Dennoch konnten zahlreiche Projekte in Digitalisierung, Vereinsservice und Sportentwicklung umgesetzt werden.

Der Compliance-Bericht durch Dr. Hans-Georg Kauffeld bestätigte eine weiterhin einwandfreie Compliance-Lage ohne festgestellte Verstöße.

Finanziell schloss der Verband das Jahr mit einem geplanten, jedoch höheren Defizit ab. Vizepräsident Martin Renz verwies dabei insbesondere auf externe Beratungskosten im Rahmen der Betriebsprüfung, IT-Investitionen sowie den gezielten Personalaufbau.

Strukturreform zeigt Wirkung

Präsident Stefan Hofherr betonte die Bedeutung der im Mai 2025 beschlossenen Satzungsreform, durch die eine klare Trennung zwischen Aufsicht (Präsidium) und operativer Führung (Vorstand) geschaffen wurde. Erste positive Effekte der Neuorganisation seien bereits sichtbar.

Auch Ralph Wurster, Vorsitzender der Rechtskommission, würdigte die Entwicklung hin zu einer moderneren Verbandsstruktur und führte die Entlastungen von Vorstand und Präsidium durch, die jeweils einstimmig erfolgten.

Sportliche Entwicklung und Wachstum

Im sportlichen Bereich zeigte der WTB weiterhin starke Entwicklungen:

  • über 1.200 Turniere und 10.000 Mannschaften im Wettkampfsport
  • Rekordbeteiligung im Jugendbereich (NEXT LEVEL-Serie)
  • deutlicher Ausbau im Padel- und Pickleballbereich
  • über 300 Schulkooperationen
  • stark wachsende digitale Reichweite des Verbands 

Historische Entscheidung: Verbandsübergreifender Spielbetrieb ab 2027

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Entscheidung zum verbandsübergreifenden Spielbetrieb mit dem Badischen Tennisverband ab der Sommersaison 2027.

Mit großer Mehrheit beschlossen die Delegierten:

  • eine Satzungsänderung zur Ermöglichung verbandsübergreifenden Spielbetriebs (78% Zustimmung)
  • die Einführung eines verbandsübergreifenden Spielbetriebs mit dem Badischen Tennisverband (97,6% Zustimmung)

Die Delegiertenversammlung sieht darin einen wichtigen Schritt zur Attraktivitätssteigerung des Mannschaftsspielbetriebs sowie zur sportlichen Weiterentwicklung im Südwesten.

Ausblick

Für 2026 stehen insbesondere der Abschluss der Betriebsprüfung, der Ausbau des Vereinsservices, die Weiterentwicklung der Trainingsstruktur sowie die Vorbereitung der neuen Spielbetriebsstrukturen im Fokus.

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